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Titanic (1997)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 27.11.2001, seitdem 985 Mal gelesen


Nachdem der Film von den Medien kräftig hochgehypt wurde, sah auch ich mich schließlich genötigt, mir dieses fast 3-stündige Liebesdrama anzugucken. Ich ging mit zugegebenermaßen eher niedrigen Erwartungen in den Film, doch soviel sei verraten, ich verirrte mich noch zwei weitere Male an Bord der Titanic, davon einmal ins englische Original.

Die Story dürfte hinlänglich bekannt sein. In letzter Minute gewinnen Jack Dawson und sein italienischer Freund 2 Tickets für die Überreise nach Amerika an Bord der Titanic. Der Traum vom grossen Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint zum Greifen nah.
Ebenfalls unter den Passagieren: Die junge Rose deWitt Bucater aus gutem Hause, zusammen mit ihrem Verlobten und dem finster dreinblickenden Buttler.
Wie es das Schicksal so will, kreuzen sich die Wege der gesellschaftlich, weltlich und menschlich so unterschiedlichen Rose und Jack und eine dramatische Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf...

Zunächst einmal haute mich der Film optisch und effekttechnisch aus den Socken. In Kombination mit dem tollen Soundttrack war bereits mit dem Auslauf der Titanic klar, dass dies ein Hammerfilm werden würde und die Vorschusslorberen zu Recht verteilt wurden.
Ok, der Film ist nichts für Ungeduldige und er besitzt einigen Leerlauf im Mittelteil, dennoch zieht die dramatische Geschichte den geneigten Zuschauer in ihren Bann. Dies liegt zum Grossteil an den zwar stereotypen aber dennoch sehr "runden", sympathischen Charakteren und dem optischen Overkill des Filmes. Selbst die ruhigen, "langweiligen" Szenen werden durch die Detailverliebtheit der Sets wieder interessant. Die tolle Filmmusik und einige witzige Szenen sogen zudem stets im richtigen Moment für gute Laune.

Gelangt der Film dann erst einmal beim berühmten "Eisberg voraus!" an, ist selbst für den muffeligsten Zuschauer die Zeit der Langweile vorrüber. Was sich nun abspielt ist vorallem optisch und tricktechnisch einfach nur bombastisch. Panische Menschen in überfluteten Gängen, dramatische Verfolgungsjagden und schliesslich der Untergang des Schiffes fesseln an den Kinosessel.
Hier beginnt auch der tragische Teil des Filmes. Besonders die Szene der Mutter, die ihre Kinder in den Schlaf wiegt während das Schiff sinkt, blieb mir hier im Gedächtnis. James Cameron beweisst in diesem Filmabschnitt seinen Riecher für spektaküläre, dramatische Szenen. Einer der Höhepunkte in dieser Hinsicht ist auch die Schiffskapelle, die bis zum Untergang durchspielt und natürlich DIE Szene, die wohl auch Fimgeschichte schrieb: Jack sterbend im eisigen Wasser. Selbst dem hart gesottenen Splatterfreak vergeht hier zumindest beim ersten Anschauen das hämische, geringschätzende Lachen. Natürlich ist hier noch nicht Schluss und die Taschentücher dürfen weiter strapaziert werden. Es folgt eine sehr ruhige Phase, die sich über das Treiben im eiskalten Wasser, die Rettung der Überlebenden bis hin zum ergreifenden Schluss begibt. James Cameron zieht hier alle (Kitsch)-Register, dennoch sind die Bilder beeindruckend. Mir persönlich gefiel vorallem die finale Kamerafahrt über das bewegte "Leben" von Rose Dawson in Form zahlreicher Fotos und durch die Gänge der gesunkenen Titanic. Gekrönt wird der Film hier durch einen besonderen Revival-Effekt, den ich aber jetzt nicht näher spoilern will.

An der schauspielerischen Besetzung des Filmes gibt es meiner Meinung nach nichts zu kritisieren. Im Nachhinein könnte ich mir kaum eine andere Besetzung für die Hauptrollen vorstellen. Billy Zane wirkt allenfalls ein wenig zu "einfach" aber in keinem Falle fehlbesetzt.
Tadellose Arbeit liefert auch Regisseur James Cameron ab. Optisch ist "Titanic" wie schon mehrfach erwähnt schlicht meisterlichl. Spektakulärere, farbenprächtigere und detailreichere Bilder gab es bis zu diesem Zeitpunkt nicht auf der Leinwand zu sehen.

Sicherlich muss man Titanic auch ein wenig als Schnulze kritisieren. Es wird oftmals sehr dick in typischer Hollywooddramatik aufgetragen aber wer sich daran nicht stört, bekommt einen der grossen Meilensteine und erfolgreichsten Filme überhaupt zu sehen. 11 Oscars sprechen eine deutliche Sprache.


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