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Cowboy Bebop - Der Film (2001)

Eine Kritik von sickBoy (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 24.09.2004, seitdem 752 Mal gelesen


Na also, hier haben wir die Vorlage, wie eine gelungene Adaption einer Anime-Serie ins Kinoformat auszusehen hat. Cowboy Bebop – The Movie, auch bekannt als Knocking on Heavens Door macht so ziemlich alles richtig, was Fans der Serie und Neueinsteiger von einem Film erwarten.

Ein, wenn nicht der Hauptgrund für das Gelingen des Films ist die Story. Im Gegensatz zu anderen Kinoadaptionen, wie X – The Movie oder dem schwachen Escaflowne Film, versucht dieser gar nicht die gesamte Handlung der Serie in 100 Minuten zu komprimieren, sondern erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte. Nachdem auf dem Mars ein Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff für Chaos gesorgt hat, ermittelt die Crew der Bebop nicht ganz uneigennützig, für ein astronomisches Lösegeld. Spike, Faye, Jet und Ed kommen dem mysteriösen Vicent auf die Schliche und decken ein Komplott der ISSP auf. Solide Krimiermittlungen stehen im Vordergrund, wobei das Hauptaugenmerk klar auf Spike liegt, aber auch die anderen Cowboys bekommen genug zu tun und haben ihre speziellen Momente.

Da der Film sich viel Zeit für die Charaktere nimmt, gibt es nur recht kurze Actioneinlagen zu sehen, diese sind jedoch alle verdammt spektakulär geraten. Bei Sequenzen wie dem Kampf in der Schwebebahn oder den beiden toll choreographierten Zweikämpfen zwischen Spike und Elektra sowie zwischen Spike und Vincent zeigt sich eindrucksvoll, dass bei Animes nicht immer nur zerstörte Städte und riesige Kampfroboter für staunende Gesichter sorgen können. Überhaupt verzichtet der Film so weit es geht auf Si-Fiction Elemente, manchmal könnte man glauben er würde auf der Erde der Gegenwart spielen. Vor allem die atmosphärischen Musikvideos am Anfang und am Ende schaffen einen Rahmen in dem der Zuschauer eine stimmige, glaubwürdige und detailverliebte Welt präsentiert bekommt. Einige kleine Ungereimtheiten in der Charakterentwicklung kann man verschmerzen, so erklärt uns Spike schon zu Anfang, dass er in einer Traumwelt lebt, eine Selbsterkenntnis, die in der Serie erst ganz am Ende kommt. Aber diese Kompromisse funktionieren bestens um Neueinsteigern kurz und kompakt die Figuren vorzustellen. Man könnte meinen einige der Dialoge wären etwas dick aufgetragen und kitschig, aber wie gesagt, man hat halt nur 100 Minuten um alle Personen abzuhandeln, da müssen schon deutliche Worte her.

Technisch, kann ich nicht viel meckern, detailverliebte Umgebungen, fantastische Animationen und tolle Effekte erfreuen das Auge. Die Kameraarbeit ist brillant, kaum starre Ansichten, fast immer irre Kamerafahrten die im Realfilm nur schwer möglich sein würden enzücken den Zuschauer. Musikalisch ist der Film halt typisch Cowboy Bebop, quer Bet, aus allen Genres etwas aber immer perfekt passend und wohl klingend, kurz genial. Dass die deutschen Synchronsprecher nicht die der Serie sind, ist mir anfangs gar nicht aufgefallen, bis auf Jet klingen sie alle recht ähnlich, das sollte auch für Fans kein Problem darstellen. Die Englischen Stimmen sind auch nicht schlecht, aber da ich die Serie nur auf Deutsch kenne bevorzuge ich auch hier die deutschsprachige Fassung.

Fazit: Solange man kein Actionspektakel oder richtige Si-Fiction erwartet, wird man von Cowboy Bebop – The Movie kaum enttäuscht werden. Fans bekommen neues Material, welches der Serie treu bleibt und sämtliche Beziehungen der Figuren konkret auf den Punkt bringt, Einsteiger bekommen einen verständlichen, autarken und spannenden Krimi geboten, der Lust auf mehr macht. Alles drin was Cowboy Bebop so gut macht, Spannung, Humor, Action und vor allem Stil. Uneingeschränkte Empfehlung an alle Zielgruppen meinerseits.


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