kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 26.07.2014
Apocalypse: Fiese Effekte an einem bettlägerigen Mann, der unverwüstlich scheint, rätselhafte Andeutung gegen Ende, die etwas länger hätte ausgearbeitet werden müssen, um einen tieferen Sinn zu erzeugen.
Bigfoot: Doofe Gruselnachtgeschichte für ein Kind, deren Pointe lediglich darin besteht, dass sie wahr wird. Langweilig.
Cycle: Ausgelutschtes schwarzes Loch sorgt für Zeitschleife. Hat man schon zu oft gesehen, sonst wäre es trotz der billigen Heimvideooptik ganz interessant.
Dogfight: Stark inszenierter Zeitlupenkampf Mann vs. Hund, der mit einer coolen Pointe abschließt. Fetzt!
Exterminate: Mann vs. Spinne kommt an die Vorgängerepisode nicht ran. Da wäre mehr drin gewesen als ein schlecht animiertes Spiderman-Exemplar und schiefe Blickwinkel auf die Räume des Apartments.
Fart: Schamlose Auslebung eines Fetischs, vollkommen abstrus und bescheuert, insbesondere als letztlich alle im Gashimmel schweben.
Gravity: Zunächst nette Egoperspektive, als ein Surfer ins Meer läuft, das Ende kommt dann zu abrupt und ist zu unübersichtlich.
Hydro-Electric Diffusion: Sicher einer der originellsten Beiträge; „Die Maske“ trifft auf Nazisploitation. Sieht teuer aus, ist verrückt und nicht zu nahe liegend.
Ingrown: Monolog einer Sterbenden, die von innen heraus krepiert, uninspiriert gefilmt, zäh und hässlich.
Jidai-Geki: Niedliche Knautschmaskeneffekte wie aus den 90ern à la „Total Recall“ und „Hot Shots“ während eines Seppuku. Doof, aber eben niedlich.
Klutz: Beitrag aus der Sparte „Die ungeschicktesten Todesarten der Welt“. Zeichentrickanimation etwas hakelig, aber ok, Storyboard aber ein bisschen dürftig.
Libido: Pervers, kontrovers, ziemlich widerwärtig, lässt aber unter Garantie nicht kalt. Einer der extremsten Beiträge der Reihe.
Miscarriage: Ti West hat Humor. Die paar Sekunden nutzt er, um schnell eine selbstironische Metapher in die Reihe zu integrieren. Mehr geschieht hier nicht.
Nuptials: Man sollte Papageien einfach nicht das Sprechen beibringen, dann wäre eine Episode wie diese auch nie passiert.
Orgasm: Die „Amer“-Macher mal wieder im Farb- und Klangrausch. Close Ups, Zeitlupen, Echos, Facettenblickwinkel… und fertig ist der Orgasmus.
Pressure: Aussageloser Schrott.
Quack: Das passiert, wenn man mit dem Buchstaben Q nichts anzufangen weiß und aus purer Verzweiflung einen Snufffilm drehen will. Okaye Selbstpersiflage mit dem richtigen Ende.
Removed: Tja, mehr Zelluloid braucht das Land. Etwas wirres postapokalyptisches Szenario mit viel Geheimnistuerei, richtig doll ist das aber nicht.
Speed: Taugt nicht viel, auch nicht, als sich die Tarantino-Wüsten-Chica-Odyssee als etwas ganz anderes herausstellt.
Toilet: Claymation rockt einfach, da macht die putzige Klo-Story keine Ausnahme. Hommage an „Ghostbusters“ und „Tanz der Teufel“ zugleich, was will man mehr.
Unearthed: Vampirjagd im Blair-Witch-Modus, und aus Perspektive des Vampirs gefilmt, bekommt man gar Mitleid mit dem armen Untoten.
Vagitus: Ziemlich fette Ausstattung, wenn da wirklich nur 5.000 Euro Budget vorhanden waren. Da nimmt einer die Sache richtig ernst, entsagt sich von jeder Ironie und bringt – vielleicht fast schon zu verbissen – eine richtige Dystopie zum Thema Geburtenkontrolle auf den Plan. Der FSK war das wegen einer bestimmten Szene natürlich ein Dorn im Auge.
WTF!: Wie eine dieser South-Park-Folgen, wo alles außer Kontrolle gerät.
XXL: Ziemlich derbe Splattereffekte auf Psychologie für Anfänger gemünzt, dabei ein bisschen Kritik an Gesellschaft und Beeinflussung durch Werbung.
Youngbuck: Missbrauchsdrama mit Jäger-und-Gejagten-Metapher. Derb, aber auch etwas abgedroschen.
Zetsumetsu: Atom-Wischiwaschi mit Riesenständern, aus denen Schwerter ragen, Eintöpfen und mehr Nonsens.
Insgesamt ein vielversprechendes Konzept, aber eine enttäuschende Umsetzung – bei den meisten Beiträgen hat man das Gefühl, selbst in diesen wenigen Minuten hätte man viel mehr Substanz zustande bringen können.
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