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Irreversibel (2002)

Eine Kritik von Bad Moon (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 09.05.2004, seitdem 899 Mal gelesen


Ich habe zugegebenermaßen gezögert, nach allem was über diesen Film zu hören und zu lesen war. Nicht das brutale Darstellungen mich grundsätzlich abschrecken würden, aber die (überwiegend negativen) Presseberichte wiesen doch auf einen mit aller Gewalt, im übertragenen wie im tatsächlichen Sinn, auf Skandal getrimmten Streifen hin.
Nachdem ich mich nun doch durchringen konnte war mein erster Eindruck ziemlich schlecht: neben der Übelkeit die die herumwirbelnde Handkamera und die teilweise flackernden Credits auslösten blieb der Eindruck eines Films der keine Geschichte hat.
Im Nachhinein liegt dieses Gefühl sicher zum Teil daran, das eine kontinuierliche Erzählweise zwar mit einem Paukenschlag enden würde, die Vorgeschichte aber uninteressant bis langweilig wäre (das ist sie so auch, aber mit dem Wissen um das bittere Ende soll der Zuschauer bei der Stange gehalten werden). Einmal sagt Alex zu den beiden Männern die Zukunft stehe schon fest und wie als Bestätigung hat Marcus in der Liebesszene Probleme mit seinem Arm (der ihm später gebrochen wird) und Alex meint sie hätte eine schmerzende Stelle im Gesicht (wo der erste Tritt sie treffen wird). Da fehlen eigentlich nur noch Fotos mit geheimnisvollen Schatten wie in "Das Omen".

Eine Identifikation mit den Protagonisten wird, da sie in Extremsituationen vorgestellt werden, praktisch unmöglich. Marcus' unangenehmes Verhalten (z.B. dem Taxifahrer gegenüber), was sicher durch den Schock ausgelöst wurde, macht ihn nicht gerade sympathisch. Natürlich ist es grauenvoll was Alex in der Unterführung zustösst, da wir sie aber als Person nicht kennen, spielt sich unser Mitgefühl auf einer rein menschlichen Ebene ab und später möchte man, ob des Wissens der Dinge die da kommen, keine enge Bindung zu ihr aufbauen. Bleibt noch Pierre der, nachdem Marcus sich in eine ausweglose Situation gebracht hat, zum Rächer wird und dabei offenbar die Kontrolle über sich verliert. Der Mann der er vorher war (und den wir später kennenlernen), der alles bereden, diskutieren und analysieren will, lässt derartige Tiefen nicht mal erahnen und wird dadurch etwas unglaubwürdig.

Seltsamerweise kommt mir jetzt, mit etwas zeitlichem Abstand (ca. 24 Std.), das Ganze nicht mehr so unangenehm vor. Trotzdem kein Film den ich mir nochmal ansehen werde.


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