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Irreversibel (2002)

Eine Kritik von Loy (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 18.07.2004, seitdem 831 Mal gelesen


Der sogenannte Film umfasst sehr wenig Handlung und läuft in Echtzeit ab. Dies allerdings in etwa einem Dutzend Sequenzen, welche die Geschichte rückwärts zeigen.

Nach einem Discobesuch wird eine schwangere Frau vergewaltigt und brutal misshandelt; ihr Freund zieht los und sucht den Täter um sich zu rächen.

Von Anfang an ist der Film schlichtweg voyeuristisch und besteht aus reinem Draufhalten auf auch belanglose Dinge (erinnert an Lomo-Videografie): Die Verabredung, den Discobesuch, insgesamt belanglose Unterhaltungen bis zur Tat. Diese erfolgt nach etwa der Hälfte der Zeit und von da an wird die Kameraführung mit den Emotionen des sich rächen wollenden Freundes immer wackeliger und verrückter, so als solle man genauso trunken werden wie dieser an Wut empfinden mag. Das mag vielleicht gut gemeint sein, ist jedoch schlimmer als MTV zu den übelsten Zeiten und man erkennt gegen Schluss fast gar nicht mehr. Auch der Sound wird gegen Ende einfach total nervig.

Als Idee vielleicht toll, aber in der Praxis führte das bei mir einfach zu völliger Genervtheit, sorry.
Wenn man sich am Ende des Films mitgenommen fühlt, dann weder wegen der Vergewaltigung noch weil man ergriffen ist, sondern ganz einfach weil man durch Bild und Ton bekloppt gemacht wird.
Nun mag man sagen: Siehst Du, das wollte der Film, Du sollst einen Hauch des Chaos im Kopf des Freundes erfahren, dann halte ich dagegen, dass ich das aber auch mit einer Volksmusik-CD erreichen kann.

Zu den schauspielerischen Leistungen kann man eigentlich nicht viel sagen. Wut ist am einfachsten zu spielen und auch von daher kann ich hier keine besonderen Leistungen entdecken. Auch die Vergewaltigungsszene galt als sehr realistisch und brutal vielleicht habe ich einen anderen Film gesehen, brutal ist lediglich das Ende der Szene und von hervorragender Schauspielerei bekommen man ebenfalls nicht viel mit, da der Frau die ganze Zeit der Mund zugehalten wird, was die Sache für die Schauspielerin stark vereinfachte..

Kult und Kunst sind oft Entschuldigungen oder Tarnung für Trash. Ich war vor diesem Film kein Freund französischer Filmkunst und bin es jetzt noch viel weniger. 2 Punkte statt 1 für ? keine Ahnung, die Idee und meine wahrscheinlich gewollte Genervtheit am Ende. Na ja, wahrscheinlich habe ich den Film einfach nicht verstanden oder habe kein Achtung vor Kunst.


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