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Pate - Teil 3, Der (1990)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 15.07.2005, seitdem 1617 Mal gelesen
Francis Ford Coppola führt seine Unterweltsaga rund um die Familie Corleone in die dritte Runde – etwas schwächer als der Vorgänger, in meinen Augen aber nur geringfügig.
Michael Corleone (Al Pacino), der Pate der Corleone-Familie, ist alt geworden. Wie schon die Vorgänger beginnt auch dieser Teil mit einer Familienfeier, in diesem Falle eine Zeremonie, bei der Michael von der katholischen Kirche eine Auszeichnung bekommt. Das hat auch seine Gründe, denn Michael möchte ehrlich werden, in die Geschäfte des Vatikans einsteigen und der Kriminalität den Rücken kehren. Eingängig wie bei den Vorgängern erlebt man auch hier bereits zu Beginn, wie sich bei den Corleones Familie und Geschäft untrennbar vereinen.
Zu der Feier erscheint auch Michaels Neffe Vincent 'Vinnie' Mancini (Andy Garcia), ein junger Heißsporn, der für einen New Yorker Untergebenen Michaels arbeitet. Vinnie möchte für Michael direkt arbeiten und rebelliert gegen seinen eigentlichen Boss, da der sich gegen Michael stellt. Michael nimmt Vinnie unter seine Fittiche, denn dieser erweist sich als große Unterstützung bei dem geplanten Ausstieg aus der Kriminalität, da andere Mafiosi Michael nicht so einfach gehen lassen wollen…
„Der Pate 3“ ist eine erfreulich konsequente Fortführung von Coppolas epischer Familiensaga, die in meinen Augen nur geringfügig schwächer als der zweite Teil ist, da mir dieser einfach einen Tick zu lang war. Alle drei Teile beschäftigen sich mit dem Werdegang Michael Corleones, doch jeder stellt eine anderes Oberhaupt in den Mittelpunkt: In Teil eins war es der gealterte Vito Corleone, in Teil zwei Michael auf dem Höhepunkt stehende Michael und in Teil drei nun der aufstrebende Vinnie, sodass alle Phasen des Mafiosi-Lebens gleich mehrfach thematisiert werden.
Was Ausstattung und Optik angeht, da ist „Der Pate 3“ eine ähnliche Wucht wie die Vorgänger: Opulente Ausstattung mit viel Liebe zum Detail, ein eingängiger Soundtrack und die meisterliche Regie Francis Ford Coppolas. Auch hier werden die Gefühle der Familie Corleone auf epische Weise aufbereitet, auch wenn der dritte Teil trotz genauso epischer Inszenierung etwas weniger opulent und bewegend als die Vorgänger wirkt und man hier den Krimipart etwas stärker betont als die privaten Familiengeschicke.
Dabei geht die stärkere Fokussierung aufs Geschäft anfangs noch wunderbar auf: Es zeichnet sich ein Bandenkrieg ab, der mit immer härteren Bandagen geführt wird und Vinnie erhält die Chancen sich zu beweisen. Hier hat „Der Pate 3“ enorm viel Drive und Tempo, sodass er in diesem Part außerordentlich fesselt und die Spannung ein hohes Niveau erlangt. Leider lässt „Der Pate 3“ dann ab der Stelle nach, ab der der Bandenkrieg dann zu Ende geführt ist.
Danach geht es lange Zeit an der Verhandlungstisch, denn die Verhandlungen mit dem Vatikan nehmen konkretere Formen an. Hier mangelt es leider etwas an Drive, denn die Geschehnisse fesseln nicht so zuvor. Zwar versucht Coppola mit etwas privatem Familienschicksal dagegen zu steuern, doch das klappt nur bedingt: Der Versuch Michaels sich mit Ex-Frau Kay (Diane Keaton) zu versöhnen ist sehr gelungen, während die Liebesgeschichte zwischen Vinnie und Michaels Tochter Mary (Sofia Coppola) enttäuschend kalt lässt. Deshalb schwächt „Der Pate 3“ ab der Mitte etwas (auch wenn er immer noch fesselnd ist), ehe dann gegen Schluss noch mal so richtig Fahrt aufkommt und die Geschichte in einem gewohnt bewegenden Finale ihren Abschluss findet.
Die Tatsache, dass „Der Pate 3“ schwächer als die Vorgänger ist, wird oft Sofia Coppola angelastet und unrecht haben die kritischen Stimmen nicht: Sie ist schon relativ untalentiert inmitten des großartigen Ensembles und nervt etwas, zumal sie eine Schlüsselrolle innehat. Dafür ist Al Pacino mal wieder eine Klasse für sich, Andy Garcia famos und mit Diane Keaton sowie Talia Shire stehen auf weiblicher Seite zwei ebenfalls sehr gute Schauspielerinnen da. Der Rest macht seine Sache ebenfalls sehr gut, auch wenn man nur noch wenig bekannte Gesichter (z.B. Fred Ward, Bridget Fonda und Joe Mantegna) in den Reihen findet.
Alles in allem ist „Der Pate 3“ ein ebenfalls sehr gelungenes und bewegendes Unterweltepos, wenn auch etwas weniger fesselnd als die Vorgänger, aufgrund von Hängern in der zweiten Hälfte und der schwach spielenden Sofia Coppola.
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