Eine Kritik von Nr1Sunny (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 25.01.2005, seitdem 861 Mal gelesen
"Der Pate - Teil 2" verlangt von dem Zuschauer jede Menge Sitzfleisch durch seine lange Laufzeit. Eigentlich werden in diesem Streifen zwei verschiedene Geschichten erzählt und es ist schon fraglich, warum man nicht gleich zwei Filme daraus gemacht hat. So springt die Handlung immer wieder zwischen beiden Geschichten hin und her, was allerdings auch seinen Reiz hat.
Der erste Handlungsstrang erzählt die Vorgeschichte zum Paten. Hier kann der Zuschauer die Anfänge und den Aufstieg des jungen Don Vito miterleben. Diese Sequenzen haben mir alle sehr gut gefallen. Sie wurden sehr spannend und temporeich erzählt und die Kulissen passen ebenfalls hervorragend zur Atmosphäre. Auch handlungsmäßig passiert in diesen Szenen eine Menge. Die Schauspieler sind einfach herausragend, besonders Robert de Niro konnte mich hier überzeugen. Im Nachhinein ist es schade, dass er im Vergleich zur Gesamtlänge des Filmes relativ wenig Szenen hat.
Ein wenig anders sieht es aber mit dem zweiten Handlungsstrang aus. Hier spielt die Geschichte nach dem ersten Teil. Die Darsteller sind auch hier wieder erstklassig, besonders Al Pacino, der langsam aber sicher vom lieben Sohn aus dem ersten Teil zum gnadenlosen Mafiaboss mutiert. Jedoch sind gerade in der ersten Hälfte des Streifens wieder einige Längen zu beklagen. Hier geht die Geschichte nicht voran (im Gegensatz zur zweiten Hälfte ab der Gerichtsverhandlung, wo sich die Ereignisse überschlagen), viel zu lange wird nach möglichen Tätern des Attentates gesucht und irgendwie verliert man bei der Menge der Nebendarsteller auch den Überblick, wer nun eigentlich wer ist. Trotzdem hat mir der Streifen auf Grund der sehr interessanten Vorgeschichte etwas besser gefallen als der erste Film.
6 Punkte