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Pate - Teil 2, Der (1974)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 20.08.2006, seitdem 1111 Mal gelesen


Irgendwie scheint ja die Rolle des Vito Corleone für den Oscar ein Abonnement zu haben: Im ersten Teil Marlon Brando (obwohl er nicht wirklich sein bestes gibt) und nun Robert DeNiro (auch er ist in zig Filmen besser). Der viel besser agierende Al Pacino geht hingegen leer aus. Dabei legt er eine Performance hin, die so in der Art in der gesamten Filmgeschichte vielleicht von erst einer Handvoll Menschen erreicht wurde. Ein Blick von ihm spricht mehr Bände als ein stundenlanger Monolog Hamlets irgendwo anders. Eine Geste von ihm ist furchteinflößender als ein Date mit dem Predator. Er spielt einfach wie vom anderen Stern und hat noch nicht seine typische Al Pacino-Attitude, die er spätestens mit Scarface perfektionieren wird und mit der er einige Zeit später den Leuten auf den Sack gehen wird. Hier spielt er sensibel mit seinen Kollegen, lässt denen auch den Raum zum scheinen, spielt sie nicht absichtlich in Grund und Boden, sondern ist einfach nur offensichtlich der bessere Schauspieler.So kommt es dann auch, dass alle anderen Schauspieler auch ihre Gelegenheiten haben zu glänzen und ihre durchaus vorhandenen Talente aufzeigen. Insofern ist dies wieder einmal folgerichtig Schauspielkino der besseren Sorte.
Dass die Handlung dadurch nicht zu kurz kommt, dass sich dieser Film überhaupt nicht vor dem ersten Teil zu verstecken braucht, ja sogar besser ist, grenzt nicht von ungefähr an ein kleines Wunder. Ähnlich wie der erste Teil dauert auch dieser Film ewig lang, aber es kommt viel früher zu einer gewissen Spannung, dadurch dass Michael nicht so gnädig oder diplomatisch ist wie sein Vater, er ist unterkühlt, neigt leicht zur Arroganz und wird immer herrischer, was seinen Stand nicht unbedingt besser macht. Während sein Vater immer auch so tut, als bliebe er ein Mann des Volkes, distanziert sich Michael sogar von seinen Liebsten und tut diesen sogar weh. Dadurch wird er zwar sehr einsam, bleibt aber an der Macht und gefürchtet.
Man merkt diesem Film eindeutig an, dass Copolla bei diesem Film mehr Freiheiten genoß und auch sein Handwerk zu perfektionieren wusste.Es gibt an diesem Film von daher nicht viel auszusetzen. Vielleicht dies: In seiner Struktur am Anfang und am Ende ist er seinem Vorgänger verdammt ähnlich (dies wird auch im dritten so sein), dadurch fehlt ihm der nötige innovative Touch.Ansonsten ist dies die perfekte Fortsetzung und setzt den Maßstab für jede Fortsetzung verdammt hoch. Sehr guter Film: 9 Punkte


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