Eine Kritik von Puzzlement (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 08.07.2005, seitdem 620 Mal gelesen
Sofern ein Film sich thematisch mit wahrer Geschichte befasst - insondere sich der Ereignisse im 2. Weltkrieg annimmt - ist ihm eine großzügige Jugendfreigabe gewiß. Ob diese sehr heftige und intensive Holocaust- Aufbereitung tatsächlich für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet ist, wage ich zu bezweifeln. Die Kontrollinstanzen der USA scheinen ein sicheres Händchen bei Altersfreigaben zu haben- dort ist der Film erst ab einem höherem Lebensalter freigegeben - richtig so.
Abgesehen von der thematischen Härte ist auch die Kamera gnadenlos- sie hält drauf. Dabei sind Szenen zu ertragen, wo so manch Erwachsener arg schlucken muss und man sich dazu zwingt, nicht wegzusehen.
Roman Polanski (mit dessen Großteil seiner Werke ich mich eigentlich nie so richtig anfreunden konnte) erzählt die wahre Geschichte des polinisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman- und die ist wahrlich harter Tobak und ein Meisterwerk cineastischen Schaffens.
Eindringlich, intensiv, (fast zu) realistisch wird durch Polanskis Optik "Der Pianist" zum Kino der unangenehmen Art.
Adrien Brody und Thomas Kretschmann (der leider etwas zu kurz kommt) liefern ein unvergessliches Schauspiel. An dem Film hat man wirklich zu knabbern- und wenn ich was zu sagen hätte, sollten das auch nur Menschen über 18 Jahren tun.