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Freaks (1932)

Eine Kritik von rosebud11 (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 03.01.2005, seitdem 556 Mal gelesen


Der Film zählt zu den absoluten Horrorklassikern. Die Geschichte spielt im Zirkusmilieu unter Mißgestalteten, die einst zu den Attraktionen derartiger Shows zählten. Regisseur Tod Browning stellt darin die volkstümliche Konvention des Horrors auf den Kopf. Das Gewöhnliche, scheinbar Normale, das Schöne erweckt hier entsetzen. Das Monströse und Verzerrte dagegen sehen wir mit Respekt, Sympathie und schließlich mit Zuneigung. Freaks ist Tod Brownings persönlichster Film, den er auf Anregung seines Liliputanerfreundes Harry Earles nach der Kurzgeschichte "Spurs" von Tod Robbins drehte.
Die Freaks - das sind:
Daisy & Violet Hulton , die siamesischen Zwillinge
Johnny Eck, der junge Mann ohne Unterleib
Angelo Rossito, ein Zwerg (bekannt auch aus anderen Horrorfilmen)
Olga Roderick, die bärtige Lady
Pete Robinson, das lebende Skelett
Schlitzie, Elvira & Jennie Lee Snow, die Nadelköpfe
Zip & Pip, Elizabeth Green, die Vogelköpfe
Koo Coo, das Vogelmädchen
Martha Morris, das Turtle Girl
Frances O'Connor, armloses Mädchen
Randian, ein Torso ohne Arm und Bein
Während der Dreharbeiten war Auftraggeber Metro-Goldwyn-Mayer entsetzt, was Browning da trieb. Die Angestellten der Gesellschaft setzten es mit einer Unterschrif-
tenliste durch, daß den "Freaks" der Zugang zur Studiokantine verwehrt wurde, weil man sich durch solche Mißgeburten nicht den Appetit verderben lassen wollte. Browning selber konnte den Film nur mit erheblichen Wiederständen aus den eigenen Reihen fertigdrehen. Ein Erfolg wurde er zur damaligen Zeit bei weitem nicht. Es gab einen entsetzten Aufschrei in Kreisen der mächtigen Frauenvereine und anderer Gruppen, und MGM sah sich gezwungen, den Film schon bald nach der Premiere zurückzuziehen. So kam es, daß der Film verschwand, und erst 1963 in London wiederentdeckt wurde. Regisseur Tod Browning wurde danach einige Zeit mit Berufsverbot belegt. -
Vom Film selber ist auf Grund der vielen indizierten Schnitte, die der Streifen in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat, nur mehr ein 64-minütiges Fragment vorhanden. - Schade drum. - Höchstnote 10 von 10 ist fast noch zuwenig.


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