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Inner Senses - Im Schattenreich der Geister (2002)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 01.03.2005, seitdem 366 Mal gelesen


Eine junge Frau bezieht in einem heruntergekommenen Haus eine neue Wohnung, in der sie sich von Geistern verfolgt fühlt. Ihre Schwester schickt sie zu einem Psychiater, der ihr helfen soll, ihr zerbröckelndes Leben wieder in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig ist dieses der Versuch, der Schwester, die sich für nicht verrückt hält, einen Lebenspartner in Form von dem zurückgezogen lebenden Dr. Jim Law unterzuschieben. Zwischen den beiden entwickelt sich tatsächlich eine vorsichtig angedeutete Romanze, doch das Ergebnis um das Seelenheil der beiden ist alles andere als positiv. Denn während Cheung Yan ihr Selbstbewusstsein wieder erlangt, beginnt für Jim Law ein ähnlicher Albtraum, als ihn der Geist seiner verstorbenen Ex-Freundin in den Tod treiben will. Das hört sich schauriger an, als es tatsächlich anzusehen ist, denn nachdem der Film wie andere Vertreter der Geister- und Gruselwelle, die in den letzten Jahren aus Asien herüberschwappt, beginnt, entwickelt das Drehbuch immer mehr eine Liebesgeschichte als Sozialdrama. Hervorzuheben sind da eindeutig die beiden guten Hauptdarsteller, sowohl Kar Yan Lam als suizidgefährdete Yan gefällt, als auch Leslie Cheung, in der Rolle des von seiner Arbeit besessenen, selbst angeknacksten Psychiaters Jim. Mit seinen weltlichen Ansichten über Geister und Dämonen betrachtet er den Fall von seiner neuen Patientin zunächst schulmedizinisch, psychologisch wäre wohl hochgestapelt. Statt sich auf die unheimlichen Qualitäten der ersten Hälfte zu konzentrieren oder eine schlüssige Psychostudie anzulegen, verflacht dieser Film zunehmend und endet in einem romantisch-kitschigen Finale, das dem Mainstreampublikum Glückseligkeit bescheren dürfte. Selbsterfüllende Phrophezeiungen als ein Grundmotiv und eine melodramatische Grundstimmung lassen "Inner Senses" wie einen phantastisch angehauchten Film wirken, der als Grusel- oder gar Horrorfilm neben anderen asiatischen Vertretern wie "Ring" oder "Kairo" schlichtweg verblasst. Wenige Geistererscheinungen mit knarrenden Bewegungen gab es in den letzten Jahren besonders aus Japan zuhauf, doch oft spannender und atmosphärischer. Dabei besitzt Regsseur Chi-Leung-Law gewiss das Potential zu einem fesselnderen Werk und atmosphärischeren Visionen, wie sein Nachfolger "Koma" zeigt, vielleicht sollte er einfach nicht selbst Drehbücher schreiben. Den größten Schocker bei diesem Drama schreibt jedoch das wahre Leben, denn das Finale mit einer Selbstmordszene auf einem Hochhausdach hinterlässt einen nachdenklich stimmenden Beigeschmack, da sich der Hong-Kong-Star Leslie Cheung kurze Zeit später tatsächlich aus dem 24. Stock stürzte.

Fazit: Als Geisterthriller ungeeignet, um zu schockieren, als rührendes Liebesdrama ganz akzeptabel, vor allem wegen der guten Darsteller und dem Verzicht auf Comedyelemente. 4/10 Punkten


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