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Metropolis (1927)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 11.01.2017, seitdem 89 Mal gelesen



90 Jahre später: immer noch unserer Zeit voraus!

Wenn Science-Fiction-Meisterwerke wie "Blade Runner" oder "2001" den Hut vor dir ziehen. Wenn Regiegrössen wie Burton oder Besson von dir gerne abkupfern. Und wenn deine Bilder, obwohl fast ein Jahrhundert alt, fester Teil der Pop- & Filmkultur sind. Ja dann weißt du als Film, dass du einer der ganz Grossen bist. Und genau so ein Jahrhundertwerk ist Fritz Langs "Metropolis". Nicht nur seiner Zeit voraus, Trends erst viel später setzend, noch immer visionär. Sondern vor allem ein monumentaler, verdammt guter Film. Der beste Film des besten deutschen Regisseurs aller Zeiten - selbst wenn ihm "M" für mich sehr nah kommt, jedoch kaum vergleichbar ist. Für "Metropolis" werden die Superlative knapp & es war ein Genuss, ihn auf den Tag & die Stunde genau zum 90. Jubiläum auf großer Leinwand, mit hunderten weiteren Verehrern, genießen zu können. Da werden die Augen groß, wie bei einem Kind das zum ersten Mal in einen Toys 'R' Us tritt. Ich konnte kaum laut genug klatschen. 

Umso öfters man dieses epochale Mammutwerk sieht, desto mehr fällt einem auf, was für breite & tiefe Spuren der Film in unserer Gesellschaft & im Filmgeschäft hinterlassen hat. Von "Star Wars" bis "Titanic", von Spielberg bis Zemeckis. Hollywood, europäisches Arthouse, Asia-Cinema. Literatur, Kino, Anime, Mode, Musik, Technik, Architektur. Dieser filmische, noch immer stehende Turm zu Babel, zieht seine Kreise wie die Sonne. Oder besser gesagt: alles dreht sich um ihn. Gerade durch seine unfassbare Geschichte - inklusive schlechter Kritiken zum Release, der Beinahe-UFA-Pleite oder seine jahrzehntelange Rekonstruktion - gleicht es einem Wunder, dass man ihn heute in seiner Fast-Vollständigkeit & so guter Qualität erleben kann. All die Mühe & Wiederentdeckung hat sich gelohnt!

In "Metropolis" geht es um eine riesige Megastadt der Zukunft - zumindest für 1927. Oder eigentlich noch heute. Dort schuftet sich die Unterschicht in tödlichen Maschinen ab & die reiche Oberschicht genießt ein himmlisches Leben weit oben in den Gebäuden bis zu den Wolken. Der Sohn des Erfinders der Stadt, kommt auf Umwege in die Arbeiterschicht & verliebt sich dort in eine Art Predigerin. Das wenig faire & schwer aushaltbare Gleichgewicht der Megacity beginnt aus dem Wanken zu geraten - mittendrin eine noch heute atemberaubende Stadt, ein goldener Roboter & einer der ersten Mad Scientists der Filmgeschichte. Plus große Gesten, Bilder von gewaltiger Schönheit & eine epische Story einer Stadt/Gesellschaft am Abgrund. Kommt mir bekannt vor... MOLLOCH!

Das überlebensgroße Werk hatte Fans von Friedensnobelpreisträgern bis zu den Nazis, von Surrealisten & Avant-Garde-Meistern, von der Unterschicht bis in den Adel, von Realisten bis Pessimisten. Wenige Filme sind so breit & tiefsinnig aufgestellt, ohne komplett klar Stellung zu beziehen. Die Themen der alles zerstampfenden Technik, des Klassenkampfes & des Mittlers zwischen Hirn & Hand, sind noch heute gültig & ansetzbar. Obwohl Fritz Langs Epos etliche Musikvideos & Stilikonen beeinflusste (es gibt sogar Versionen komplett mit modernerer Musik, s. Giorgio Moroder), ist das Tempo natürlich nicht vergleichbar mit aktuellen Sehgewohnheiten. Doch lässt man sich auf die Berg- & Talfahrt ein, erwarten einen Höhen, die man nichtmal zu träumen wagte. Manchmal verliert mich der Film etwas emotional & ich taumel ihn zu Ende, doch das machen allein seine Schlag- & Strahlkraft, seine wahnwitzigen Kulissen & seine angsteinflössend Maße, die in keine Kritik, Filmbuch oder Making-Of passen. Einfach erleben, über einen fließen lassen & versinken. Ein Rausch!

Fazit: der ultimative Science-Fiction-Film, vor dem der Rest nur kniet, abkupfert & lernt. Und als Rest meine ich nicht nur die Filme, sondern die komplette Menschheit. Filme werden nicht größer als "Metropolis". Sci-Fi-Superlativ!


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