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Sartana - Noch warm und schon Sand drauf (1970)

Eine Kritik von Johnny Boy (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 14.03.2010, seitdem 190 Mal gelesen


Als ein Grundstückbesitzer von einer Bande kaltblütig ermordet wird, ist Sartana auch schon zur Stelle. Nach und nach interessieren sich immer mehr zwielichtige Gestalten aus der nahegelegene Stadt für das Grundstück. Der Grund: Gold.
Als auch noch die Nichte, rechtmäßige Erbin des Grundstückes, auftaucht, versucht ihr jeder das Stück Land abzuluchsen. Sartana spielt allerdings wieder sein ganz eigenes Spiel und lässt die Gegner sich gegenseitig auslöschen, greift aber auch schon mal selber zum Schießeisen...
Man, hier haben wir mal wieder einen prachtvollen Italo-Western mit dem guten Sartana. Gianni Garko füllt mal wieder perfekt die Rolle des Gentleman-Pistoleros aus. Immer überlegen, immer einen Schritt voraus. Dazu gesellen sich unzählige schräge Gestalten, die das ganze Geschehen klasse bereichern (mit dem ein oder anderen bekannten Italo-Gesicht).
Regisseur Ascott hatte schon so einige Western gedreht (z.B. die Halleluja Filme) oder auch den grandiosen Nachfolger "Sartana kommt". Der Mann versteht sein Handwerk und hat unzählige Kameratricks, Perspektiven und inszenatorische Kniffe eingebaut. Absolut überdurchschnittlich, gerade in diesem doch damals nicht gerade hochbezahltem Genre.
Die Story ist nett verschachtelt und bietet die ein oder andere gekonnte Wendung. Es fliegen mächtig viele blaue Bohnen, es gibt eine Massenschlägerei und ein gelungene Finale.
Der Soundtrack ist hervorragend und von der Genregröße Bruno Nicolai eindringlich umgesetzt. Schön Gitarrenlastig und natürlich mit dem bekannten Sartana Thema.
Trotz der ironischen und eher leichtfüßigen Grundstimmung, ist dieser Sartana eher ein ernster Western. Das hat man bei der Synchronisation wohl nicht so ganz berücksichtigt, denn die ist eine Klasse für sich. Was da an Sprüchen und Kalauern abgelassen wird, ist schon fast Bud Spencer und Terence Hill würdig. Dazu auch noch die Masse an Sprüchen (die Sartana teilweise in den Mund gelegt wurden, wenn man ihn mal nicht die Lippen bewegen sieht). Einerseits wirkt das etwas befremdlich, andererseits ist diese Synchro schon eine Klasse für sich und regt immer wieder zum Schmunzeln an.
"Sartana - Noch warm und schon Sand" drauf reicht nicht ganz an seinen Nachfolger "Sartana kommt" heran, ist aber nur ganz knapp dahinter. Wer die Figur mag und über die Klamauksynchro hinweg schauen kann, ist hier genau richtig (alternativ gibt es ja noch Englisch als Tonspur). Klasse Italowestern mit einer netten Story, toller Kameraarbeit, eingängigem Soundtrack uns gut aufgelegten Darstellern. Was will der Western-Fan mehr?


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