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Nicht auflegen! (2002)

Eine Kritik von Bizzy Montana (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 24.07.2006, seitdem 314 Mal gelesen


Naja...am Anfang war ich gefesselt von diesem "Katz- und Mausspiel". Coole Idee, wenn auch geklaut ("Liberty stands still").
Irgendwann musste ich jedoch feststellen, dass an diesem Film etwas faul ist. Wird hier der Moralapostel mit Gewalt versuchen, "gefallene Seelen" wieder auf dem Weg der Tugend zu bringen? Wie pervers ist das denn bitteschön? Unrecht mit Unrecht bekämpfen, komische Vorstellung von einer "guten Tat". Aber sei´s drum, der Regisseur will es so, also müssen wir Zuschauer jetzt auch da durch.

Es folgen 80 Minuten Spannung, mal mehr, mal weniger. Und am Ende ein Plot, der plumper nicht sein kann. Erst der Pizzamann, wo man denkt, naja, hab ich´s mir doch gedacht, wer auch sonst, es wurde ja auch zu Beginn des Filmes keine Zeit damit vergeudet, irgendwelche weiteren Charaktere einzuführen, die evtl. ein Motiv für die Tat haben könnten. Also der Pizzamann, wie doof...und dann ist er´s doch nicht gewesen, musste sterben, warum auch immer (hatte er vielleicht eine Geliebte?). Dafür wird am Ende in verschwommenen Bilders Kiefer Sutherland als der Sniper präsentiert, der Auserwählte, der mit allen Mitteln dafür sorgt, dass seine ausgesuchten Opfer entweder wieder zurück auf den tugendhaften Weg kommen oder eben elendig vor die Hunde gehen. Na toll...da ist also irgendwer, der wahllos oder eben auch nicht (denn immerhin ist er ja über seine "Opfer" bestens informiert) seine Ziele aussucht und mit Ihnen ein gnadenloses Spiel starten...großartig. Ich mag Filme, in denen man ewig und drei Tage über den Täter rätselt, ist es der, der oder vielleicht doch der andere, und letztlich ist es ein quasi in der Schlußszene erstmals eingeführter Charakter, der vorher kein einziges Mal im ganzen Streifen aufgetaucht ist. Na prima!

Aber immer noch besser als der Pizzamann. Das wäre nun wirklich zu bescheuert gewesen.

Fazit: Irgendwie ärgerlich. Fing vielversprechend an, aber am Ende bleibt nur zu sagen, dass hier viel Pulver verschossen wurde, das man besser und effektiver hätte einsetzen können. Ich empfehle daher "Liberty stands still" als ernstzunehmende Alternative, die ganz nebenbei noch ein viel brisanteres und globaleres Problem anspricht, als es "Nicht auflegen" tut.

Drei Punkte.

Bizzy


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