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Mut zur Wahrheit (1996)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 03.06.2005, seitdem 388 Mal gelesen


Hochglanzaction-Spezialist Edward Zwick ("Ausnahmezustand") zaubert mit "Mut zur Wahrheit" einen insgesamt recht soliden Militärthriller zum Golfkrieg aus dem Hut, der primär durch seine sehenswerte Inszenierung und einen prominenten Cast punkten kann.

Die Story um die Aufarbeitung persönlicher Fehlentscheidungen und Ungereimtheiten um einen Vorfall während des Golfkrieges hingegen sorgt zwar vordergründig für recht spannende 110 Filmminuten, wirklich funktionieren will das Ganze aber nicht. Hat man zunächst den Eindruck, als würde Zwick hier durchaus militärkritische Wege einschlagen, so entpuppt sich "Courage under Fire" zunehmend - trotz kleiner Seitenhiebe gegen vertuschungswillige Vorgesetzte - letztlich als die übliche Beweihräucherung, oder milder ausgedrückt Kritiklosigkeit, gegenüber dem US-Militär und seiner den ehrenhaften Heldentod sterbenden Soldaten. Neben diesem Aspekt fehlte mir zusätzlich auch etwas die letzte Konsequenz. Denzel Washington ermittelt zwar in Sachen Meg Ryan munter vor sich hin und stösst in seinen Vernehmungen nicht nur auf immer neue Versionen des undurchsichtigen Irakgefechts sondern erlangt auch selbst die Stärke, eigene Fehler zu verantworten, doch was bleibt am Ende Greifbares? Außer Lametta, abgetretenen Bösewichtern und gestriegelten US-Soldaten in Paradeuniform recht wenig... Hier hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht!

Wie dem auch sei, unterhalten tut "Mut zur Wahrheit" dennoch angemsessen. Dies ist vor allem auch den sehr netten Action-Kriegsszenen zu verdanken, in denen von Panzern über Helikopter bis hin zu Napalm werfenden A10-Thunderbolts ein wahrlich stattliches Arsenal aufgefahren wird. Dementsprechend gibts dann auch einige dicke Explosionen, solide Shoot-Outs und als Highlight ein nächtliches Panzergefecht zu sehen. In der Natur des Filmes liegt es hierbei, daß sich ein guter Teil der Actionszenen der multiblen Versionen der Geschichte wegen im Prinzip nur wiederholt aber störend wirkt sich dies nicht wirklich aus. Für einen FSK12-Film gehts voll in Ordnung!

In schauspielerischer Hinsicht dominiert Denzel Washington den Film durchgehend und gibt einen glaubhaften Offizier ab. Knuddel Meg Ryan als nachträglich zu ehrende Gefallene hat relativ wenig Screentime und diese bezieht sich praktisch ausschlißelich auf Kampfszenen. Aktzente vermag sie somit kaum zu setzen, ebenso wie Lou Diamond Phillips und Matt Damon als vom Krieg gezeichnete Soldaten, die jeweils bloss ihre Version der Ereignisse zum Besten geben.

Es bleibt ein wenig tiefgründiger aber schlussendlich unterhaltsamer Militärthriller mit sehenswerten Actionszenen. Schade, daß die Geschichte nicht kritischer ausgefallen ist und auch die Charaktere ihren hochklassigen Schauspielern nicht ganz gerecht werden...


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