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Mut zur Wahrheit (1996)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 30.09.2002, seitdem 1405 Mal gelesen
„Mut zur Wahrheit“ ist eine ziemlich unterhaltsame Mischung aus Drama und Thriller von Edward Zwick.
Es beginnt mit einem schicksalhaften Vorfall im Golfkrieg: Lieutenant Colonel Nathaniel Serling (Denzel Washington) und seine Panzertruppe werden in der Nacht von feindlichen Panzern angegriffen. Im Dunkel lässt Serling jedoch einen eigenen Panzer abschießen. Seitdem ist er ausgebrannt und sein Fall wird immer noch verhandelt. Auch wenn das Leiden des Helden ein wenig überzogen wirkt, so kann man sich jedoch mit ihm identifizieren, nicht zuletzt aufgrund Washingtons Darstellung.
Serling wird gnädigerweise ein Job angeboten, den er gar nicht ablehnen kann: Er soll herausfinden, ob die Hubschrauberpilotin Karen Emma Walden (Meg Ryan) die Tapferkeitsmedaille verliehen bekommen soll. Sie starb bei einem Einsatz im Golfkrieg und soll diese Ehre posthum erhalten. Das Ganze wird aufgebauscht, da sie die erste Frau ist, welche für diese Ehrung vorgeschlagen wurde. Das Szenario ist ganz nett, aber es kommt schließlich drauf an, was der Film daraus macht und in der Hinsicht kann „Mut zur Wahrheit“ dann punkten.
Serling holt Zeugenaussagen ein, während seine Vorgesetzten darauf drängen, die Medaille möglichst schnell zu verleihen und eine Show abzuziehen. Doch dann tauchen Widersprüche bei den Zeugenaussagen auf und Serling beginnt zu ermitteln, was in jener Nacht im Golfkrieg wirklich geschah – auch wenn er einigen Leuten damit auf die Füße tritt.
Der aufrechte Militärermittler, das gab es auch schon oft, genauso wie die Idee, dass eben ein solcher Mann aufgrund seines beruflichen Abseits möglichst das tun soll, was seine Vorgesetzten verlangen. Natürlich bricht auch Denzel nicht aus dem Schema aus, verstößt nicht gegen seine Prinzipien und findet die Wahrheit trotz des Drucks von mehreren Seiten heraus. So kann man bei „Mut zur Wahrheit“ durchaus von mangelnder Innovation sprechen, doch die Art des Erzählens ist unterhaltsam.
Die Story geht recht flott von statten und größere Längen hat der Plot auch nicht. Langweilig wird dem Zuschauer auch nicht, auch wenn kleinere Unglaubwürdigkeiten und ein wenig Kitsch verhindern, dass „Mut zur Wahrheit“ mehr als „nur“ gut ist. Ein wenig unlogisch agiert allerdings die Figur von Lou Diamond Phillips zwischen Machowahn und Zusammenbruch (ich möchte nicht zu viel verraten).
Die Haupthandlung wird immer wieder mit Schilderungen der Nacht unterbrochen, die je nach Erzähler etwas variieren (die Machovariante ist recht amüsant, auch wenn der Zuschauer dieser Version von Anfang an nicht glaubt). Zudem bieten die Szenen aus dem Krieg noch ein wenig Augenfutter, wenn es ein paar Feuergefechte und Explosionen gibt.
Denzel Washington macht seine Sache als Ermittler gut und bügelt auch kleinere Schwächen des Drehbuchs mit seiner Darstellung aus. Meg Ryan bricht erfrischend mit ihrem Image als Everybodys Darling, auch wenn ihre Rolle nur aus den Rückblenden besteht (in denen ihre Rolle dann je nach Erzähler etwas variiert). In den Nebenrollen können Lou Diamond Phillips und Scott Glenn überzeugen, auch wenn die Rolle von Phillips vom Drehbuch her nicht immer überzeugend ist (siehe oben). Nur Matt Damon bleibt blass; man kauft ihm den Soldaten nicht ab und er wirkt eher wie ein Schuljunge in Militäruniform.
Unterhaltsame Mischung aus Drama und Thriller. Der richtige Kick fehlt zwar, aber es bleibt nette Unterhaltung für einen Fernsehabend.
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