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Cliffhanger - Nur die Starken überleben (1993)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 11.02.2002, seitdem 2431 Mal gelesen


Mit „Cliffhanger“ haben sowohl Krawumm-Spezialist Renny Harlin als auch Sylvester Stallone ihren besten Film geschaffen.
Schon allein der Anfang ist Hochspannung pur: Bei einer Klettertour sitzen Hal Tucker (Michael Rooker), Mitglied der Bergwacht, und seine Freundin in den Rocky Mountain fest. Zur Rettung werden Hals Partner Gabe Walker (Sylvester Stallone), Gabes Freundin Jessie (Janine Turner) und der Hubschrauberpilot Frank geschickt. Doch die Aktion misslingt: Nach der Rettung Hals via Seil, soll seine Freundin mit dem Seil gerettet werden. Als das Equipment versagt, droht diese abzustürzen. Gabe versucht eine rasante Rettungsaktion, die misslingt und Hals Freundin stürzt in die Tiefe. Bereits hier kann Harlin den Zuschauer fesseln: Nervenzerfetzende Spannung und geniale Bilder dominieren diese Anfangssequenz, welche den restlichen Film kennzeichnet.
Denn nach diesem Ereignis ist Gabe ein gebrochener Mann: Er kann Hal nicht mehr ins Gesicht sehen und verschwindet aus der Stadt. Doch nach einigen Monaten kehrt er zurück, um seine Sachen abzuholen. Dabei trifft er mit Jessie zusammen, der er mit seinem Weggang das Herz brach. In diesem Part wird Stallones Charakter genauer eingeführt. Seine Rolle als gebrochener Held, der keiner sein will, steht Stallone sehr gut zu Gesicht und geben ihm auch ein wenig Raum, seine schauspielerisches Talent zu zeigen, dass in vielen seiner Filme wie z.B. „Judge Dredd“ nicht zum Tragen kam.

Parallel rauben einige Gangster um Eric Qualen (John Lithgow) einige Geldkoffer der US-Zollbehörde aus einem Flugzeug. Doch einer der Agenten, welche das Geld bewachen, bringt das Flugzeug der Gangster zum Absturz, wobei auch noch die Geldkoffer verschütt gehen. Diese Actionsequenz ist extrem aufwendig und spektakulär. Positiv fällt das hohe Maß an Stunts in luftiger Höhe auf, während die Effekte auf ein Minimum verringert wurden (im Gegensatz zu komplett computer-animierten Szene á la „Air Force One“).

Die Bösewichte rufen die Bergwacht zu Hilfe. Zwar macht sich Hal zur Rettung auf, aber Jessie schickt Gabe hinter ihm her. Gabe willigt widerwillig ein, obwohl er Angst hat sich der Vergangenheit auf diese Weise zu stellen. An Ort und Stelle erwartet sie jedoch ein Haufen bis an die Zähne bewaffneter Killer, welche sie zur einer unfreiwilligen Rocky-Tour zwingen: Hal und Gabe sollen sie aus den Bergen retten, zuvor aber mit ihnen die verlorenen, aber mit Peilsendern ausgestatteten Geldkoffer suchen. Bei der Bergung des ersten Koffers kann Gabe entkommen und nimmt den Kampf gegen die Gangster auf...
Diese einfache „Stirb langsam“ auf einem Berg Gerüst bietet Raum für einen absolut genialen Actionfilm. Vor allem die malerisch abgefilmten Schauplätze in den winterlichen Rocky Mountains sind eine echte Augenweide.

Im puncto Action bietet „Cliffhanger“ vor allem atemberaubende Stunts, extrem harte Prügeleien und temporeiche Verfolgungsjagden durch das verschneite Gebirge. Fans von Schießerein werden vielleicht ein wenig enttäuscht sein, aber trotzdem gibt es ein paar ordentliche Shoot-Outs. In den Actionszenen erreicht „Cliffhanger“ trotz eines eher niedrigen Bodycounts einen ziemlich hohen Härtegrad: Neben den erwähnten heftigen Kampfszenen gibt es einige blutige Einschüsse sowie diverse Aktionen mit Messern, verschneiten Hängen, Nietpistolen etc.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz: Denn bei dem folgenden Katz-und-Maus-Spiel stehen bald nicht nur die Leben von Hal und Gabe auf dem Spiel, sondern auch von diversen anderen Leuten, die in den Bergen unterwegs sind. Weitere Spannungsmomente bieten die genial gemachten Klettersequenzen.
Was „Cliffhanger“ fehlt ein wenig der Humor; abgesehen von vereinzelten One-Linern von Gabe und der nihilistischen Art von Qualen. Doch dies schadet dem Film nicht; es passt auch zu der Rolle von Stallone (siehe oben).
Die Bösewichte sind einzusammengewürfelter Haufen, welcher Farbe in das Geschehen bringt. Denn im Gegensatz zur standartisierten Prügelmasse aus anderen Actionfilmen, lockert die ‚Persönlichkeit’ der Killer den Film auf.

Schauspielerisch ist „Cliffhanger“ vor allem für einen Actionfilm gelungen: Auch wenn Stallone nicht das Niveau von „Rocky“, „Assassins“ oder „Cop Land“ erreicht, spielt er klasse ebenso wie der Rest der Schauspieler. Vor allem aber John Lithgow geht in der Rolle des Psychopathen richtig auf. Seine wunderbare Verkörperung des überheblichen Nihilisten Qualen ist sehenswert und wirft die Frage auf, warum er nur so selten gute Rollen bekommt.
Auch die Regie von Renny Harlin ist toll, was vor allem daran liegen dürfte, das er hier auf seinem Spezialgebiet, nämlich der lauten Action, unterwegs ist.

„Cliffhanger“ gehört zu den Actionfilmen, die uneingeschränkt zu empfehlen sind. Hochspannung und gewaltige Action bieten hervorragende Unterhaltung nicht nur für Genre-Fans.


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