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Pentagramm - Die Macht des Bösen (1990)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 13.03.2010, seitdem 377 Mal gelesen


Anfang der 90er musste sich noch herausstellen, ob Lou Diamond Phillips A-Zugpferd oder B-Star werden würde, „Pentagramm“ war ein immerhin ein ganz gut budgetiertes B-Movie.
Mal wieder geht ein Serienkiller in Los Angeles um, in diesem Falle der als Pentagramm-Mörder bekannte Patrick Channing (Jeff Kober). Seinen Namen verdankt er der Eigenart seinen Opfern selbiges Symbol in die Brust zu ritzen. Durch einen anonymen Anruf der Hellseherin Tess Seaton (Tracy Griffith) kann der Cop Russell Logan (Lou Diamond Phillips) Channing stellen und verhaften. Nichts Neues also, aber für einen zünftigen, treibenden Opener reicht das Ganze schon mal aus.
Russell hat Tess versprochen Channing weder zu töten noch die Todesstrafe zu fordern – allerdings bricht er letzteres Versprechen, was diese mit Unheilsprophezeiungen quittiert. Im Horrorfilm der späten 80er waren die Serienkiller in „Shocker“ und „House III“ bereits ja aus dem Jenseits zurückgekehrt, der Sci-Fi-Horror-Hybrid „The Hidden“ hatte ein Körpertauschalien losgelassen und da kann der genreerfahrene Fan schon ahnen, was passiert: Man grillt Channing, doch der kommt wieder.

Russell und seine Kollegen sind die Ziele des fremde Körper besetzenden Serienmörders, auch Tess gerät in seine Schusslinie, da sie ja bei seiner Verhaftung half. Tess und Russell, der ihr anfangs natürlich nicht glaubt, machen sich daran den Wahnsinnigen aufzuhalten…
Wie man an der Liste der Vorbilder sehen kann, ist Robert Resnikoffs Mix aus Horror, Action und Thriller nicht unbedingt innovativ, sondern klaut bunt aus der Filmgeschichte zusammen, doch man kann nicht behaupten, dass Resnikoff dies nicht mit Vergnügen machen würde. Mit Spaß am B-Treiben präsentiert „Pentagramm“ Genre-Entertainment, das nicht unter arger Unterfinanzierung leidet, sondern selbst bei den Special Effects ganz brauchbar aussieht. Geschnetzelt wird allerdings weniger als bei den Vorbildern, weshalb die Schnitte in der alten deutschen Fassung verwundern: Übermäßig brutal oder blutig ist „Pentagramm“ nicht.
Schreiberisch erwartet man bei dem Salat freilich besser keine Meisterleistung, die hellseherischen Fähigkeiten Tess’ sollen vor allem dazu dienen notwendige Erklärungen möglichst schnell an den Mann zu bringen (sowohl für die Hauptfigur als auch fürs Publikum), damit man schnell mit der Killerhatz weitermachen kann. Natürlich sterben nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip nach und nach die Kollegen und Sidekicks des Helden weg, das Motiv für die satanischen Ritualmorde ist mal wieder mit einem Kindheitstrauma begründet. Immerhin: Hier hat der Killer ein Motiv (nicht unbedingt Usus im B-Bereich) und präsentiert wird es auch relativ stimmig.

Vor allem dient die Geschichte aber als Aufhänger für mehr oder weniger kostengünstige, aber stets relativ versiert inszenierte Actioneinlagen. Nahkämpfe, Verfolgungsjagden und Schießereien bietet die Palette, am nachhaltigsten prägen sich vor allem ein aufwändiger Autostunt und die ungewöhnliche Benutzung eines Deckenventilators ein, doch auch das konventionelle, aber schweißtreibende Finale Cop vs. Killer in der Kanalisation kann sich sehen lassen.
Hauptdarsteller Lou Diamond Phillips war schon besser und schon schlechter drauf: Den harten Cop und Serienkillerexperten verkörpert er routiniert, aber ohne Elan für mehr. Jeff Kober als Psycho hingegen legt sich echt ins Zeug und liefert eine bemerkenswerte Leistung für B-Verhältnisse ab, während Tracy Griffith nicht mehr als solide supportet. Mykelti Williamson als Cop kann da schon mehr Akzente setzen, aber hat deutlich weniger Screentime.

Bei einem Faible für wenig originelles, aber temporeich in Szene gesetztes B-Vergnügen kann man „Pentagramm“ durchaus eine Chance geben. Inhaltlich ist zwar nur Routine angesagt, mit der Logik hapert es hier und da, aber zum Glück kann der Mix aus Copaction und Horrorthriller genug Schauwerte auffahren, um das teilweise auszugleichen.


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