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Fear and Loathing in Las Vegas (1998)

Eine Kritik von nino berry (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 24.08.2006, seitdem 366 Mal gelesen


Ich habe mich neben dem Film auch mit dem gleichnamigen Buch sowie den anderen Werken von Hunter S. Thompson auseinandergesetzt, und weil in dem ein oder anderen Review auf ofdb eine Charakterisierung für manche User unmöglich erscheint, hier die Auflösung:

Dieser Film ist ne autobiographische Geschichte...Mister Thompson sowie sein Anwalt haben diese story tatsächlich so erlebt, weshalb, und das ist das intressante am Film, er auf verschiedenen Ebenen funktioniert. Es gibt im Film mehrere Schlüsselsequenzen, die auf den richtigen Namen des Autors hinweisen, Raoul Duke ist nämlich nichts anderes als ein frei erfundenes Pseudonym von eben Hunter S. Thompson.

Die Szene zB, wo Duke im Auto sitzt und sich wegen der immensen Rechnung dazu entschliesst zu fliehen, sein Anwalt schon lange über alle Berge ist und dieser nervige Hotellier wegen eines Briefes ans Auto angeschissen kommt ist so eine Szene. Achtet mal auf die Namen.

Auch die Sequenz in dieser Disco irgendwann Mitte der 60ger is nett gemacht, da der echte und der falschen Duke im Film zusammentreffen. Bei den Sätzen: "Da war ich nun. Mutter Gottes Da bin ich nun" sehen sich Hunter und Johnny Depp einen Moment lang an, achtet mal drauf.

Ach...ich könnte endlos weiter die ganzen versteckten Sachen
im Film aufzählen, aber das is ja nich Sache eines Reviews.
Kommen wir also mal langsam dazu:

Raoul Duke ist Journalist und muss über das Mint 400, ein sehr hoch dotiertes Wüstenrennen irgendwo im Niemandsland berichten. Zusammen mit seinem Anwalt und nem Koffer mit zahlreichen Drogen sowie gut Alkohol, nem Radio für ganz spezielle Musik, Hawaiihemden und nem geliehenen Sportflitzer machen sich die beiden Freaks auf den Weg. Dabei ballern sie sich mit allem was ihr Betäubungsmittelschrank so hergibt zu um danach die irrwitzigsten Dinge zu erleben. Da man so keinen konventionellen Sportbericht schreiben kann, erfindet Thompson hierfür auch gleich noch den sogenannten Gonzo-Journalismus, also die rückblickend subjektive Wahrnehmung des Schreiberlings über ein tatsächliches Ereignis in Berichtsform, wobei das aber auch wieder nix mit dem Film an sich zu tun hat.
Später dann muss Duke, sein Anwalt ist wieder mit am Start, über die Bezirksstaatsanwaltskonferenz wegen der Bedrohung durch Betäubungsmittel berichten und hat durch seinen auf LSD zugedröhnten Anwalt auch noch gleichzeitig das Problem ein minderjähriges Mädel loszuwerden...ehrlich...da fragt man sich schon wass das eigentlich für zwei assige Typen sind, naja...

Regisseur Terry Gilliam, ehemals Monty Python, hat ein kleines Juwel geschaffen. Er zeichnet den Film fast orginalgetreu dem Buch nach und greift dabei neben Johnny Depp und Benicio
Del Toro auf eine ganze Reihe wirklich hochkarätiger
Schauspieler und auch Musiker zurück, die es allesamt verstehen die notwendige Atmosphäre für dieses Werk zu vermitteln. Die Drogenerfahrungen, auf die dieses Werk in der Regel reduziert wird, sind dabei nur ein Aspekt des Ganzen. Vielmehr geht es um zwei absolut freakige Menschen, die so wohl niemals von Gott zur Massenfabrikation freigegeben werden sollten
und die versuchen, ihre Zeit auf Erden durch exzessartige aber freundschaftliche Bande hinter sich zu bringen.

Ich liebe diesen Film und deshalb gibts von mir die volle Punktzahl...wenn mehr gehen würde wären es wohl auch mehr als die obligatorischen 10 geworden.

Ein Meisterwerk.


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