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Fear and Loathing in Las Vegas (1998)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 28.01.2009, seitdem 638 Mal gelesen


Johnny Depp spielt einen Journalisten, der mit seinem Anwalt, gespielt von Benicio del Toro und einer beträchtlichen Menge der verschiedensten Drogen nach Las Vegas fährt, um dort über ein Motorradrennen zu berichten. Die beiden konsumieren ununterbrochen Drogen und befinden sich tagelang auf einem Dauertrip im Las Vegas der frühen 70er.

Ohne Frage ist Terry Gilliam ein guter Regisseur und einer der wenigen, die mit echten Innovationen glänzen und sich weit jenseits der Stereotypen Hollywoods befinden. Nachdem er die Drehbücher zu altbekannten "Monty Python"-Hits wie "Das Leben des Brian" verfasst hatte und bei "Der Sinn des Lebens" die Regie übernahm, gelang ihm in Amerika schließlich mit "Brazil" eine innovative Satire, die nicht jedermanns Geschmack traf, aber dennoch zum Kult avancierte. Nachdem er mit der feinfühligen Tragikomödie "König der Fischer" überzeugte und mit "12 Monkeys" einen überragenden Thriller ablieferte, enttäuschte er mit der Verfilmung des Romans "Angst und Schrecken in Las Vegas" leider auf ganzer Linie.

Inszenatorisch leistet Gilliam erneut solide Arbeit, die jedoch wesentlich schlechter ausfällt, als zuletzt bei "12 Monkeys". Er unterlegt den Film, wie zu erwarten war, mit altbekannter Drogenmusik und auch optisch versucht er seinen Film möglichst schrill und verzerrt wirken zu lassen, um den Zuschauer am Rausch der beiden Hauptfiguren teilhaben zu lassen. Anfangs vermag die bunte Optik, die innovative und unkonventionelle Machart auch noch zu gefallen, aber um eine Laufzeit von über zwei Stunden zu füllen reicht dies beim besten Willen nicht aus.

Der Film scheitert nämlich im Endeffekt an narrativen Schwächen und vor allem an seiner erschreckend monotonen Redundanz. Diverse Handlungsabläufe spielen sich immer wieder ab, jede der Drogen, die die beiden Chaoten im Gepäck haben wird getestet, anschließend werden die Rauschzustände geschildert und visualisiert, dazu gibt es flache Monologe und bizarre, aber vollkommen unlustige Dialoge und kurz bevor der Trip schließlich abklingt, nehmen die beiden schon die nächste Droge. Und diese Endlosschleife aus denselben Bildern und Handlungsfäden beginnt in ihrer scheinbar endlosen Monotonie früher oder später zu nerven, bis der Film schließlich jeden Reiz verliert. Zu allem Überfluss hält Gilliam das Erzähltempo dabei teilweise überaus niedrig und langweilt so noch mehr und setzt keine echten Höhepunkte, womit die Eintönigkeit noch weiter verstärkt wird.

Obwohl der Film über seine üppige Laufzeit keine richtige Handlung aufweist, wird die Zeit kaum genutzt, um die Charaktere tiefer zu konstruieren und auch die Monologe tragen kaum dazu bei. Immerhin wirft der Film einen gelungenen Blick auf das Las Vegas Anfang der 70er, aber das allein rettet "Fear and Loathing in Las Vegas" auch nicht mehr.

Humor ist bekanntlich Geschmackssache und der, den Gilliam hier verwendet, ist definitiv nicht jedermanns Sache. Den einen oder anderen mögen die Wahnvorstellungen der beiden Protagonisten ja belustigen, genauso, wie die skurrilen und bizarren (Alp)traumwelten, die Gilliam konstruiert, oder aber die schrägen und sinnfreien Dialoge, mir hat es zumindest überhaupt nicht gefallen und daher habe ich mich über die volle Laufzeit gelangweilt.

Johnny Depp findet sich in bizarren Filmen in grotesken Rollen in aller Regel ziemlich gut zu Recht, wie er es unter Anderem in "Edward mit den Scherenhänden", "Sweeney Todd" und "Fluch der Karibik" zeigte und auch hier überzeugt Depp. Er spielt die Rauschzustände überzeugend und exzentrisch, auch wenn er es stellenweise ein wenige übertreibt. Auch Benicio del Toro macht sich ganz gut und spielt den ebenso bizarren Anwalt ebenfalls überaus gelungen. Der restliche Cast ist namenhaft besetzt, so sind Tobey Maguire, Cameron Diaz, Michael Jeter, Mark Harmon, Christina Ricci und Ellen Barkin in Nebenrollen zu sehen, werden in ihren belanglosen Parts aber mehr oder weniger verheizt.

Fazit:
"Fear and Loathing in Las Vegas" langweilt unter Anderem wegen seiner Humorlosigkeit und seiner flachen Story. Darüber hinaus ist der Film, der immer wieder nahezu identische Handlungsabschnitte auftischt redundant und monoton und diese erheblichen Schwachstellen kompensieren auch die schrille Machart, die früher oder später ebenfalls zu nerven beginnt und der gute Cast nicht mehr.

18%


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