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Fear and Loathing in Las Vegas (1998)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.11.2002, seitdem 884 Mal gelesen


Terry Gilliams Filme waren visuell schon immer eigenwillig und ein Genuss. Der hier besonders. Es geht um den Journalisten Raoul Duke (Johnny Depp), der Anfang der 70er zusammen mit dem Anwalt Gonzo (Benicio Del Toro) eine Fahrt nach Las Vegas unternimmt, um dort von einem bekannten Wüstenrennen zu berichten. Die eigentliche Aufgabe ist schon bald vergessen, denn die Fahrt entwickelt sich zu einem einzigen langen Drogenrausch.

Die Bilderflut erdrückt den Zuschauer fast. Von Anfang an zieht Gilliam alle Register an optischen Mitteln. Oft verschwimmen Gesichter oder Gebäude und die Farbe wechselt. Sich zurechtzufinden ist gar nicht mal so leicht, weil in dem Ganzen eigentlich kein rechter Sinn besteht und man sich fragt, ob einem diese Story etwas sagen will. Ich denke, es ist eine Art Hommage an die Hippies, die einen Einblick in ihren schweren Stand nach ihrer Ära geben will. Tatsächlich finden sich Duke und Gonzo in dieser "neuen" Welt nicht zurecht, sie möchten einfach nur dauernd berauscht sein und trauern bei ihren Trips aus alten Zeiten hinterher. Einige Kritiker missfiel, dass der Film Drogen verherrliche und von diesem Vorwurf kann man "Fear and Loathing Las Vegas" nicht ganz freisprechen. Davor gewarnt wird an keiner Stelle, man muss sich als Zuschauer eben seine eigenen Gedanken machen, ob man so etwas erleben möchte.

Doch das Feeling stimmt auf jeden Fall: Man ist nach einigen Minuten bereit, sich auf diesen wilden Ritt einzulassen und wird 100 Minuten mit den abgefahrensten Bildern seit langem belohnt. Auch dank des Klasse Soundtracks und einer glänzenden Leistung Johnny Depps und Del Toros, bei denen man glauben könnte, sie wären echt den ganzen Dreh über dicht gewesen, ist der Film ein einmaliges Erlebnis. Eine kleine Auszeit hätte dennoch, vor allem in der ersten halben Stunde, gut getan, denn so kommt man echt kaum zum verschnaufen, teilweise wirkt deshalb die Bilderflut eher belastend. Alles in allem ein weiteres optisch äußerst ansprechendes Werk des Terry Gilliam. Wer "12 Monkeys" und "Brazil" mochte, sollte hier auch begeistert sein. Sicher Geschmackssache, aber auf jeden Fall beeindruckend, hat das Zeug zum Kultfilm!


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