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Sprich mit ihr (2002)

Eine Kritik von Coolidge (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 07.03.2006, seitdem 916 Mal gelesen


Der Journalist Marco, der immer noch einer verflossenen Liebe von vor zehn Jahren hinterhertrauert, verliebt sich in die Stierkämpferin Lydia. Nachdem er seine gescheiterte Beziehung endlich vergessen kann, geschieht etwas Furchtbares. Lydia wird bei einem Stierkampf so schwer verletzt, daß sie ins Wachkoma fällt.

Benigno ist der klassische sexuell frustrierte Eigenbrötler und Nerd. Nachdem er jahrelang seine Mutter gepflegt hat (nicht weil Mami krank ist.....sie bewegt sich nur nicht gerne) lässt er sich zum Krankenpfleger ausbilden und arbeitet fortan in der Komaklinik. Dort kümmert er sich um die ebenfalls ins Wachkoma gefallene ehemalige Ballettänzerin Alicia, der er schon vor ihrem Unfall recht stalkermäßig nachgestiegen ist.

Die beiden Mänenr lernen sich kennen und werden Freunde. Aber während Marco droht am Zustand seiner Freundin zugrunde zu gehen, scheint Benigni recht glücklich zu sein. Immer mehr projeziert er seine schon immer existenten Hoffnungen und Wünsche auf Alicia.

Eins vorweg, ich bin kein Aldomovar Experte, aber was ich bisher gesehen hatte war zum Teil schon durchaus ansprechend gemacht, lies mich aber sonst eigentümlicherweise ziemlich kalt. Seine Filme erreichten mich einfach nicht. Un selbst dieser Film, mit seinem spannenden Thema, dem guten Drehbuch und ansprechenden Darstellerleistungen lässt mich als unbeteiligten Zuschauer zurück. Selbst über einen politisch extrem unkorrekten Aufreger kommt man vergleichsweise schnell hinweg (nur soviel: Vergewaltigung ist nie okay, egal wie verliebt der Täter ist und wie wenig das Opfer von der Tat mitbekommt).

Trotz allem wirft der Film einige interessante Fragen auf. Lange ist unklar. Welcher der beiden Männer verhält sich richtig? Marco ist nicht mehr in der Lage eine Beziehung zur im Koma liegenden Freundin aufzubauen, scheint dafür aber in der Lage zu sein irgendwann über die Geschichte hinwegzukommen. Benigni kümmert sich wirklich liebevoll, spricht mit ihr, liest ihr vor, und tut alles menschenmögliche. Allerdings steigert er sich auch dermaßen in die Vorstellung von einer Beziehung mit Alicia, daß ihm droht den Bezug zu Realität zu verlieren.

Der Film, ausgezeichnet immerhin mit einem Oskar für das beste Drehbuch (2003), war auch international sehr erfolgreich, vielleicht sogar Aldomovars erfolgreichster. Keine Ahnung ob das ein europäischer Film schon mal geschafft in einer der Hauptkategorien abzuräumen.

Ein wirklich guter Film, der er schafft ein interessantes Topic auf den Tisch zu bringen und den Zuschauer ermöglichst ohne emotionallen Ballast an die Sache ran zu gehen. Auch eine Leistung!

07/10


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