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After Earth (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 10.06.2013, seitdem 1465 Mal gelesen



Die Geschichte der Menschheit in ferner Zukunft die durchs All treibt und der unfallbedingte Absturz von General Cypher Raige (Will Smith) und seines Sohns Kitai (Jaden Smith) auf die Erde, die ein gef√§hrlicher Ort geworden ist und wie die beiden sich dort durchschlagen, ist zun√§chst einmal ein klassisches Science-Fiction Szenario aus dem bei entsprechenden Budget sich viel machen lie√üe. Das Budget von √ľber 100 Mio. Dollar war da, aber AFTER EARTH macht daraus eine mit sch√∂nen Bildern garnierte Familiengeschichte mit einem lapidaren Vater-Sohn-Konflikt.

Der Mehrwert dieses recht glattgeb√ľgelten Mainstream-Werkes f√ľr die Science-Fiction Welt ist sehr √ľberschaubar. Man sollte fair sein, der Film war von Anfang an als dramaorientierter Blockbuster konzipiert und hat nie behauptet ein Meilenstein im Science-Fiction- oder Action-Sektor zu werden. Deswegen ist die Verteilung von emotionalen Szenen und Action so wie sie zu sehen war. Im Ende ist das zentrale Thema der Generationenkonflikt und es gibt eben keine parallelen Geschichte oder Figuren die von dieser Einfachheit der Filmbotschaft ablenken k√∂nnten.

Auch die Reduzierung auf die Vater-Sohn-Konstellation ist recht einfach gehalten. Selbst charakterlich komplexere Elemente in einer potentiellen Auflehnung gegen den Vater werden bis auf eine Ausnahme vermieden. Somit sitzt AFTER EARTH trotz einer optisch sehr verhei√üungsvollen Vorgeschichte ein wenig zwischen allen St√ľhlen von Blockbuster, Actionfilm, ernsthaften Genre-Beitrag und anspruchsvollem Beziehungsdrama und diese Unentschiedenheit bzw. der Versuch es m√∂glichst vielen Zuschauern recht zu machen sorgt daf√ľr, dass der Film bei nicht allzu vielen so richtig gut einschl√§gt. Die Idee eine tats√§chliche Vater-Sohn-Konstellation in den Film aufzunehmen ist nat√ľrlich mehr als gelungen.

Jaden Smith macht seine Sache nicht schlecht, verf√ľgt aber noch nicht √ľber genug Ausstrahlung und Erfahrung dauer- und glaubhaft die n√∂tigen Emotionen zu √ľbertragen. In einigen Szenen wirkt er etwas hilflos unter Nutzung des famili√§ren gepr√§gten Dackelblicks oder gar leicht l√§cherlich ernsthaft. In den Kampfszenen macht er durchweg eine gute Figur. Allerdings gab der Trailer vor, dass es ein actionreiches Spektakel w√ľrde, der Film allerdings verwendet sehr viel Zeit f√ľr die charakterliche Beschreibung der intimen Vater-Sohn-Dynamik mit viel Dialoganteil im Rahmen der Anweisungen des Vaters an den Sohn und einigen unvermeidbaren Klischees.

Die langen Dialogszenen erfolgen vor allem am Anfang recht zur√ľckhaltend und wirken fast gespenstig und kammerspielartig ruhig und seltsam k√ľnstlich, es gibt kaum unterst√ľtzenden Musikeinsatz und in den ersten 20 Minuten kommen sogar schon L√§ngen auf und auch sp√§ter wirken manche Szenen befremdlich und in die L√§nge gezogen. Auch im weiteren Verlauf wirken die Instruktionen des Vaters sehr monoton und manchmal qu√§lend z√§h, wobei die Rolle von Will Smith schon recht bewusst auf diese straighte Coolness getrimmt ist. Die CGI-Effekte sind gut, aber so richtig Action kommt erst nach ca. 60 Minuten auf und bis dahin gibt es au√üer ein paar Affen nicht viel zu vermelden.

Es kommt auch keine richtige Bedrohung auf und die eigentlich angestrebte "Echtheit" der Tiere l√§sst zu w√ľnschen √ľbrig. Zudem h√§tte es auch etwas gef√§hrlichere Tiere und kreativere Mutationen geben k√∂nnen und deshalb kann AFTER EARTH auch hier nicht punkten. Einzig das Ursa-Alien-Insekt √ľberzeugt, aber es es hat zu wenig Screentime und kommt zu sp√§t. Die an anderen Orten genannten Beispiele daf√ľr, dass AFTER EARTH voller Scientology-Elemente, Symbolen und Parallelen sein soll halte ich f√ľr die √ľblichen Verschw√∂rungstheorien. Dazu geh√∂rt unter anderem das Thema der Angst ge√§u√üert in dem Zitat "Gefahr ist die Realit√§t‚ĶAngst ist eine Entscheidung".

Aber auch in jedem anderen Film oder Genre w√ľrden sich Beispiele f√ľr zur Scientology Theorie passende Symbole oder Zitate finden lassen, die so gedeutet werden k√∂nnten. Regisseur M.Night Shyamalan, der aktuell aufgrund seiner letzten Filme relativ stark unter einem regelrechten Bashing seine Person betreffend leidet, hat nach dem Mega-Erfolg THE SIXTH SENSE immer st√ľckweise abgebaut, auch wenn man wie ich seinem Hang zur Mystik folgen konnte, und der Tiefpunkt war DIE LEGENDE VON AANG. AFTER EARTH ist trotz der genanten Schw√§chen und einiger Logikl√∂cher zumindest besser als dieser.

Die Dynamik des Generationskonfliktes, das Thema der Entfremdung von Familienmitgliedern und das potentielle wieder zueinanderfinden w√§hrend einer extremen Trennung, ist eine recht √ľberschaubare Parabel die nicht den gesamten Aufwand des Films rechtfertigt. Und der Film riecht geradezu nach einer Auftragsproduktion an den Regisseur¬† Shyamalan und von seinen sonst gelebten St√§rken der Innovation, Eigenst√§ndigkeit, Komplexit√§t der Story oder dem spirituell gepr√§gten √úberraschungsfaktor her, ist bei dieser doch sehr auf Mainstream geb√ľgelten Vater-Sohn-Geschichte nicht mehr viel zu sp√ľren. Aber sie ist als Science-Fiction Fan optisch etwas zu lecker um sie komplett bewertungstechnisch abzustrafen.

4,5/10 Punkten


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