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Mondo Cannibale (1972)

Eine Kritik von Boxhamster (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 24.08.2003, seitdem 1186 Mal gelesen


Inhalt:
Ein Journalist tötet in Bangkok einen Einheimischen in Notwehr und flieht daraufhin in ein unerforschtes Gebiet, wo er Aufnahmen für seine Arbeit macht.
Er wird von einem Eingeborenenstamm gefangengenommen und auf Grund seines Taucheranzuges für einen Fischmenschen gehalten.
Bei einem Fluchtversuch tötet er einen Stammangehörigen, nimmt nach einem Aufnahmeritual dessen Stelle ein, geht mit der Häuptlingstochter eine Beziehung ein und schwängert sie.
Kurz darauf wird das Dorf von einem Kannibalenstamm angegriffen.
Nach dem Kampf hat sich der Journalist vollkommen vom zivilisierten Großstädter zum Stammesangehörigen gewandelt.


Kritik:
Dieser Film von Umberto Lenzi aus dem Jahre 1972 brachte die Kannibalenfilmwelle in den 70er Jahren ins rollen, was verwunderlich ist, da in diesem Film die Kannibalen eine sehr untergeordnete Rolle einnehmen und erstmals nach über einer Stunde Laufzeit einen relativ kurzen Auftritt haben.
Ich sehe diesen Film eher als einen Abenteuerstreifen an, der sich zu Beginn als "nach einer wahren Begebenheit" auszugeben versucht.

Die Story ist nicht besonders ausgegoren; dennoch weiß der Film zu unterhalten.
Besonders gelungen ist die Szene in der der Journalist das Aufnahmeritual über sich ergehen lässt. Hierbei wird er in einer Hütte an ein sich drehendes Bambusgestell gefesselt. Von außen schießen die Eingeborenen durch Schlitze vergiftete Pfeile mit ihren Blasrohren auf den Mann .
Es gibt noch weitere Riten der Eingeborenenen zu bewundern, die zum Teil aber recht unglaubwürdig erscheinen.

Traurigerweise sind auf den Film die für den Kannibalenfilm typischen Tiersnuffszenen verteilt: Ein Mungo kämpft gegen eine Kobra, ein Krokodil mit Hilfe eines Messers getötet, zwei Hähne werden gegeneinander aufgehetzt und einem Affe wird die Schädeldecke abgeschlagen und das Hirn gegessen.

Die einzige Kannibalenfressszene, in der eine Frau verspeist wird, kommt recht gut rüber und wird noch nicht so übertrieben zelebriert, wie in den späteren Kannibalenfilmen.

Unterm Strich ist dies ein unterhaltsames Filmchen ohne großen Anspruch.


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