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Independence Day (1996)
Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 09.02.2003, seitdem 2923 Mal gelesen
Der Science-Fiction-Mainstream hat einen Namen: Roland Emmerichs "Independence Day". Der damals im Kino megaerfolgreiche Film hat es ganz auf Popcornunterhaltung abgesehen und bietet üblichen Mainstream-Humor und die typischen, teilweise arg patriotischen Klänge wie sie im Bilderbuch stehen.
Ist die Alieninvasionsstory schon ein alter Hut, so wird sie hier in für die Menschheit ziemlich vernichtender Form dargestellt. Das schreckliche Szenario wurde, das muss man Emmerich lassen, hervorragend in Szene gesetzt. Die außerirdische Primärwaffe mit anschließender Feuerwalze legt eine ganze Stadt in Schutt und Asche. Und was dabei an tricktechnischen Effekten aufgefahren wird, ist schlichtweg bombastisch und war zu damaliger Zeit fast schon revolutionär. Dies ist wahrlich das große Plus des Filmes. Bis auf die Schauspieler, die solide mit Humor in so einem Popcornfilm agieren, fällt alles andere aber eher negativ auf. So ist es schon erstaunlich, wie sehr hier die dünne Story langgezogen wird. Die Einbringung des mysteriösen, bis heute ungeklärten Roswellabsturzes mit Aufenthalt auf dem Militärstützpunkt Area 51 wird da geschickt als die magere Handlung wegtuschierender Stoff verwendet.
Zudem will und kann ich mich nicht damit anfreunden, dass ein deutscher Regisseur hier einen so typisch amerikanischen Film geschaffen hat. Natürlich sind es hier wieder die Amerikaner, die die Schlausten sind und mit ihrem Einfall die Welt retten. Außerdem ziehen genügend bestätigte Klischees den Streifen weiter runter. Man braucht sich nur den Verteidigungsminister oder das Aussehen der UFOs anschauen, denn die sehen wirklich alle, ob groß oder klein, sehr verdächtig nach dem Klischeebild der fliegenden Untertasse aus, auch wenn natürlich mit science-fictionhaftem Design ausgestattet.
Die größte Schwäche ist allerdings die Tatsache, dass der Film von Logiklöchern nahezu zerfressen ist. Bei so unvorstellbar großen Raumschiffen mit der Größe einer Metropole fragt man sich doch nach dem Kraftstoff, der nicht zulässt, dass diese enorm schweren Objekte Opfer der irdischen Schwerkraft werden? Genauso fraglich ist, wie es man mit dem kleinen Raumschiff, welches auch nur eine Variante eines Kampfjets ist, bis ins All schafft? (Über den Antrieb wird ebenfalls überhaupt nichts gesagt, obwohl man an dem flugfähigen Objekt schon mehrere Jahrzehnte geforscht hat.) Oder was soll das für ein Schutzschild sein, das anscheinend nur Schüsse abschirmt, denn ansonsten wie sich im Area 51-Stützpunkt zeigt, kann man an dem Raumschiff problemlos herumfummeln und unter anderem Coladosen darauf hinstellen? Okay, vernachlässigen wir einmal physikalische Gesetzmäßigkeiten und erklären dies alles bisher einfach mit Science-Fiction. Doch trotzdem ist der Einsatz von Kernwaffen oder einem avantgardistischen Präsidenten im Kampfflieger schwachsinnig. Zu guter Letzt sind dann 30 Filmsekunden auch noch fast eine reale Minute und da bleibt einem nichts anderes mehr übrig als darüber zu Schmunzeln.
Ein typischer Fall von Mainstreamfilm, der zwei Gesichter zeigt: Auf der einen Seite sind die bahnbrechenden Effekte und glaubwürdigen Panik- und Hysterieszenen, aber auf der anderen Seite ist "Independence Day" klischeegeladen und voller Logikfehler.
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