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In tödlicher Mission (1981)

Eine Kritik von FlukeSkywater (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 10.06.2006, seitdem 303 Mal gelesen


Nach der doch arg konstruierten und übertriebenen Moonraker-Story kehrte James Bond in seinem zwölften Abenteuer auf den Boden der Realität zurück. Statt größenwahnsinniger Gegenspieler, die mit ihren Plänen die Existenz der gesamten Menschheit bedrohen, bekommt es 007 diesmal "nur" mit einem skrupellosen Schmugglerkönig und den Handlangern des KGB zu tun, die dem MI6 bei der Bergung eines verlorenengegangenen Raketensteuerungssystems zuvorkommen wollen. Doch nicht nur beim Plot wurde abgespeckt, auch die Q-Abteilung musste kräftig abrüsten und beschränkt ihre technische Unterstützung diesmal im wesentlichen auf einen 3D-Phantombild-Computer, über den bereits wenige Jahre später jeder C64-Besitzer gelacht hätte.
Statt dessen muß Bond bei seinen Auseinandersetzungen mit dem griechischen Schurken Kristatos und seinen Knechten Locque und Kriegler (dessen Figur im übrigen auch der Feder eines Sun-Redakteurs entstammen könnte und ein weiteres Beispiel für die ebenso dauerhafte wie plumpe Deutschfeindlichkeit der Bond-Reihe ist) auf die gute alte Handarbeit zurückgreifen - sei es beim Sprung von einer Skischanze, bei Unterwasserkämpfen im Ionischen Meer oder bei der haarsträubenden Kletterpartie zu einem griechischen Bergkloster. Symbolisch für diesen neuen Ansatz steht die Verfolgungsjagd durch das ländliche Spanien, bei der Bond statt der üblichen High Tech-Sportwagen einen Citroen 2CV chauffieren muss. Und selbst bei den Frauen kommt Bond nicht so schnell zum Zuge wie gewohnt: Carole Bouquet als rachedurstige Armbrustschützin verfällt dem Charme des Agenten erst ziemlich spät, und die frühreife Eiskunstläuferin Bibi Dahl ist wahrscheinlich die einzige Frau, deren sexuelle Offerten Bond konsequent ablehnt.
Die Endgegner sind zwar ebenfalls eine Nummer kleiner als Blofeld, Stromberg oder Drax, wirken aber gerade dadurch um einiges glaubwürdiger. Während Bond bei der Eliminerung des Killers Locque mit seltener Erbarmungslosigkeit vorgeht, bleibt die Liquidierung des Oberschurken Kristatos sogar seinem Schmugglerkonkurrenten Columbo vorbehalten, der Bond bei seiner Suche unterstützt hat. Nicht einmal das ATAC-System kehrt im Triumphzug nach London zurück, sondern wird von Bond vernichtet, um es dem Zugriff der Sowjets zu entziehen. Als Schlußgag wird dann noch Maggie Thatcher durch den Kakao gezogen, die sich ihren Ruf als Iron Lady damals (vor dem Falkland-Krieg und ihrem Vorgehen gegen die Gewerkschaften) erst noch erwerben mußte.
Alles in allem ein gelungener Bond-Film, der auch heute noch vorzüglich unterhält und vor allem durch das endlich wieder glaubwürdige Drehbuch zu überzeugen weiß.


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