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WarGames - Kriegsspiele (1983)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 19.06.2002, seitdem 879 Mal gelesen


Heute werden die Computercracks vermutlich angesichts von Badhams frühem Hacker-Thriller jodelnd neben ihrer Playstation liegen, wenn sie Matthew Broderick mit Giganto-Discetten vor seinem vorsindflutlichen PC sitzen sehen, während er sich in den Third-World-War-Simulator des Pentagons einwählt, aber abseits der sicherlich inszwischen überalteten Technik funktioniert diese Mischung aus Nuklear-Paranoia und Teenagerfilm immer noch überraschend gut.

Natürlich gibt's da reichlich Logiklöcher, vor allem, was den Umgang mit Computer, deren Lernvermögen und die Hackermöglichkeiten, aber das ist letztendlich nur das gewisse Extra, den Plot überhaupt zu bewältigen.
Natürlich ist das ein Unterhaltungsfilm, weswegen die Botschaft "Wenn schon Atomwaffen, dann laßt sie uns wenigstens von Menschen bedienen" auch recht zwiespältig aufzunehmen ist, denn Abrüstungsgedanken werden hier kaum vorgetragen, eher schon ein Wettlauf zwischen Technikfreaks und den Verfechtern von menschlichem Können bzw. Versagen.

Trotzdem jagt mir die Startsequenz, in der zwei Angestellte im Bunker sich plötzlich in der Situation sehen, ihre stationierten Atomraketen abzuschießen, immer noch kalte Schauer über den Rücken und auch die Idee, die Erde könnte aufgrund eines PC-Fehlers vor die Hunde gehen, wird hier breitestgehend ausgespielt. Ferner geht es zum Showdown ordentlich rund, als (geradezu wahnwitzig für einen US-Film) ein Wissenschaftler an die Vernunft des anwesenden Militärs appeliert und Erfolg hat. Anschließend dann noch das Herzschlagfinale, das nun logisch überhaupt nicht mehr begründet ist, aber dennoch den Puls ordentlich auf Touren hält.

Das Drehbuch weiß, wie man aus dem drögen Computerstoff die größtmögliche Spannung herausfiltert. Matthew Broderick steht zwar meistens total neben sich, sieht aber gut aus, was den 80er-Teenagern durchaus gereicht hat. Der Drive stimmt, die Bedrohung ist weltumspannend, der Spannungsbogen hält dank 3-Wetter-Taft. Und so berechnend der Film sich bemüht Ängste zu schüren und sie anschließend dank der Talente von jungen US-Amerikanern wieder aus der Welt zu schaffen, so wirksam war er doch anno 1983, als so ein Film (und vielleicht noch später "Zurück in die Zukunft") noch das beste Adrenalin für alle um die 16 war (Blut- und Gewaltfans natürlich wie immer ausgenommen). Typisch 80er? Wenn der nicht, wer dann? (7/10)


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