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BAT 21 - Mitten im Feuer (1988)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 09.09.2005, seitdem 630 Mal gelesen


Insbesondere in den Achtzigern ließ die Schmach des Vietnamkriegs das amerikanische Kino gar nicht mehr los. Film um Film, in denen tapfere Soldaten den Krieg nachträglich zu gewinnen versuchten, rollte durch die Projektoren. Nur wenige bezogen kritisch Stellung oder konnten die Realität für sich vereinnahmen.
Die Geschichte von Lieutnant Colonel Iceal Hambleton, der am Set in beratender Funktion mitwirkte, hingegen ist wahr. Der sich 1968 schon allmählich auf sein Dienstende freuende Soldat wurde mit seinem Aufklärungsflugzeug über Vietnam abgeschossen und sprang mit seinem Fallschirm inmitten feindlich besetztes, sehr aktives Gebiet, was es den Rettungsmannschaften unmöglich machte, ihn dort herauszuholen.

Das Leben schreibt noch immer die spannendsten Geschichten und ich kann mir lebhaft vorstellen, dass Hambletons mehrtägige Flucht vorm Vietcong durch die grüne Hölle alles andere als langweilig war, doch so packend die wahren Erlebnisse auch gewesen seien mögen, viel vermag Regisseur Peter Markle („Youngblood“, „El Diablo“) mit dieser Vorlage nicht anzufangen.

Die Charakterentwicklung von Hambleton (Gene Hackman, „Unforgiven“, „Heist“) und dem schwarzen, ihn ständig per Funk begleitenden Rettungsflieger Captain Bartholomew Clark (Danny Glover, „Silverado“, „Lethal Weapon“) bleibt genauso unterentwickelt und oberflächlich, wie die kaum deutbare Beziehung zwischen den beiden. Wie ich in internen und externen Reviews las, soll Hambleton angeblich des Tötens überdrüssig sein und später sogar einsehen, wie viel Elend er über die Einwohner Vietnams brachte, doch das ist eher Wunschdenken, denn Fakt ist, dass der Mann trotz seiner heiklen Lage nicht nur weiterhin Airstrikes organisiert, sondern, wenn auch in Notwehr, einen Bauern tötet und sich in keiner Szenen reumütig zeigt. Höchstens dankbar, dass er noch am Leben ist.

Die nahezu rastlose Reise durch den Dschungel erfolgt fast höhepunktfrei. Ein paar Napalmbombardements zeugen vom Können der Pyrotechnik-Crew, wahrhaft spannend machen diese einfältigen Scharmützel den Film jedoch nicht, denn Markle vergisst viel zu oft Hambleton seine Häscher ins Genick zu setzen, zumal die um seinen Wert für das U.S. – Militär auch schon Bescheid zu wissen scheinen. Sie tauchen zwar ab und zu mal auf, latschen aber grundsätzlich blindlings an ihm vorbei und erhalten nie ein Gesicht.

Die zumindest solide Dschungelatmosphäre und ein paar innovative Gimmicks (Hambleton gibt seinen Fluchtplan anhand eines Golf-Codes durch) stemmen sich der Eintönigkeit des Films, die im Grunde nur Clark immer wieder aufsteigen und Hambleton durch sumpfiges Gebiet spazieren lässt, entgegen. Auf das Finale zulaufend, unternimmt man dann allerdings endlich eine gewagte Rettungsoperation, da in Hambletons Gebiet ein großflächiger Erdaushub mittels TNT ansteht. Einen abgestürzten Helikopter und eine tote Besatzung später jedoch, muss Hambleton dank der hinterlistigen Charlies wieder zusehen, dass er klar kommt...

Wirklich packend und spannend ist „Bat*21“ eigentlich nie, denn ohne Dramatik keine gute Unterhaltung. Hier wird einem nie Bange um die Hauptfigur, denn so richtig in die Bredouille gerät sie auch nie. Das Ziel, möglichst authentisch zu verfilmen ist ehern, nur fehlt Markle eindeutig das Können dazu, denn die dringend benötigte Intensität lässt er vermissen.
Ohne wirklich Stellung beziehen zu wollen, kritisiert „Bat*21“ beide Seiten beziehungsweise bleibt wertneutral. Die Vietcong schicken ihre Feinde durch Minenfelder und missbrauchen die Zivilbevölkerung, der Amerikaner wiederum bombt alles weg, egal ob militärisch oder zivil. Deswegen bleiben die genretypischen Klischees auch eine Seltenheit.

Danny Glover und Gene Hackman werden dank ihrer chronisch unterentwickelten Figuren vor eine leicht lösbare Aufgabe gestellt und spielen sie auch routiniert ohne Bravour. Eine Vertiefung der beiden Filmegos wäre sicher von Vorteil gewesen, zumal eine Identifikation mit den beiden dann leichter gewesen wäre. Speziell Glover bleibt in seinen Aussagen sehr vage, was er denn nun an Hackman findet, dass er immer wieder zu ihm herausfliegt und schließlich sogar Befehle missachtet, um ihm das Leben zu retten.

Genrefreunde bekommen also insgesamt einen uninteressanten und auch wenig sehenswerten Kriegsfilm geboten, der die Silbe Anti eigentlich nicht verdient. „Bat*21“ verherrlicht und glorifiziert zwar nicht, hat abseits seines humanen Moments aber auch nicht viele Argumente gegen den Krieg vorzubringen. Damit bleibt er nur einer unter vielen, der meinetwegen auch gern für sich verbuchen darf, dass er auf einer soweit wahren Geschichte beruht, aber nie vollends überzeugt.


Fazit:
Mittelmäßiger, einfallsloser Kriegsfilm, bei dem eigentlich nur die Pyrotechnik für Aufmerksamkeit sorgt. Die beiden unterbeschäftigten Gene Hackman und Danny Glover absolvieren den Film jedenfalls mit Routine und weil dem weiteren Verlauf der Rettungsaktion in Feindesland auch das nötige Tempo fehlt, verflacht das Szenario zusehends. Ohne die nötige Spannung, dafür mit oberflächlichen Charakteren und äußerst schwammigen Aussagen steuert „Bat*21“ somit mitten ins gesicherte Mittelfeld. Nur einer unter viel zu vielen...


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