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Sympathy for Mr. Vengeance (2002)

Eine Kritik von Jimmy Conway (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 28.12.2005, seitdem 639 Mal gelesen


Nichts liegt dem taubstummen Ryu mehr am Herzen, als seiner schwerkranken Schwester eine Nierentransplantation zu verschaffen. Da dies auf legalem Wege kaum absehbar scheint, wendet er sich an die Organmafia, welche ihn prompt reinlegt und ihm seine Niere entwendet.
Als letzter Ausweg entscheidet er sich mit seiner Freundin das Kind seines ehemaligen Chefs, der ihn gefeuert hat, zu entführen. Im Laufe der Entführung kommt das Kind durch einen unglücklichen Unfall ums Leben und ihr Vater macht sich auf die racherfüllte Suche nach den Tätern....

Park´s Film Sympathy for Mr. Vengeance wirkt auf den Zuschauer sehr verstörend. Dazu trägt sicherlich bei, dass sein Fokus in der Erzählung auf den menschlichen Emotionen liegt, die sich aus den jeweiligen Handlungen ergeben und nicht unbedingt aus den Handlungen an sich. Desweiteren sind die Gewalt- und Folterdarstellungen hervorzuheben, die sich nahtlos in das Konzept des Films einfügen und die verstörende Atmosphäre unterstreichen.
Die stilistische detailbesessenheit, mit Abzielung auf die Zuschauerwirkung, wie wir es von Chan wook Park schon in Oldboy gesehen haben, kommt auch hier zum Ausdruck.
Der Film brilliant in Szene gesetzt, angefangen mit der Kamerführung, bis zu den verschiedenen Tonebenen des Films die immer wieder zwischen der Perspektive des taubstummen Ryu und "normaler" Tonebene hin- und herspringt.
Die Handlung wird meist mit Ellipsen vorangetrieben, das heißt Park vertraut hier auf die Imagination des Zuschauers, indem er bewusst Lücken in der Erzählung lässt.

Park´s Inszenierung von zwei parallel stattfindenden Rachefeldzügen, die sich schließlich in einem blutigen Finale treffen, gibt dem Zuschauer 2 Identifikationsfiguren. Es scheint so, als wurden die restlichen Charaktäre von Park bewusst etwas in den Hintergrund gestellt, um die "Sympathy" des Filmzuschauers zu lenken.
Auf der einen Seite ist der Rachefeldzug des Vaters des ermordeten Mädchens, der sich an den Tätern rächen will. Auf der anderen Seite haben wir Ryu, der sich an der Organmafia rächen will, da diese erst den ganzen Stein, mit der Verstrickung unglücklicher Ereignisse, ins Rollen brachte. Die Reaktion der beiden Männer ist zunächst für den Zuschauer nachvollziehbar, doch mit welcher Brutalität beide Vorgehensweisen in Szene gesetzt werden lässt den Zuschauer schlucken, aufgrund der Extremität der Bilder.

Dieser Film ist wirklich empfehlenwert und für alle die Oldboy mochten bedenkenlos ans Herz zu legen!


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