Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 27.11.2001, seitdem 1991 Mal gelesen
Christopher Walken, John Savage und Robert de Niro durchleben die Hölle in Vietnam und können sich danach in ihrer Heimat nicht mehr zurechtfinden. Sofern sie überhaupt nach Hause kommen.....
Michael Vronsky (Robert de Nero), Nikanor Chebotarevich (Christopher Walken) und Steven (John Savage) sind einfache Menschen der Arbeiterklasse. Der Vietnamkrieg tobt, bald werden auch die drei eingezogen. Mit viel Euphorie wird Stevens Heirat gefeiert. Der Krieg ist fern, man denkt kaum an ihn. Doch wenig später in Vietnam bzw in Gefangenschaft erwartet sie das pure Grauen, das alle 3 verändert. Nach ihrer Rückkehr ist nichts mehr wie zuvor, sie finden sich in der Gesellschaft nicht mehr zurecht. Einer von ihnen bleibt in Vietnam.......
Eindrucksvoll, an eine Studie grenzend, wird in 3 Stufen gezeigt, wie sich 3 Freunde durch den Krieg verändern. Anfangs wird, leider etwas zu langatmig, das Leben der 3 gezeigt (ihre Arbeit, ihre Freunde) und ihre Hobbys, später werden die Grauen des Vietnamkriegs mit beeindruckender Intensität gezeigt. Am Ende wanken sie in eine Welt zurück, die ihnen inzwischen fremd geworden ist. Negativ fällt dabei nur das etwas zu ausführliche erste Drittel ins Gewicht, bevor die drei nach Vietnam ziehen.
Musik wird sparsam genutzt, das erhöht die Authentizität des Films. Wenn Musik genutzt wird, dann ist sie meist komplett in den Film integriert (zB bei der Hochzeit). Gerade weil auf Musik verzichtet wird, erhöht sich die drückende Stimmung in Vietnam.
Sehr ausführlich wird anfangs das Leben der drei einfachen Arbeiter gezeigt. Leider etwas zu ausführlich. Ist zwar ganz interessant, aber Hochzeit, Jagd etc wurde doch etwas zu sehr gedehnt. Heftig wird dann aber in den Krieg in Vietnam geschnitten, so dass das Grauen noch intensiver erscheint, da man in das Vietnamkapitel nicht eingeführt wird. Dort wird nur kurz auf den Kampf eingegangen und die Gefangenschaft steht im Vordergrund. Nur weil Michael die Nerven behält, überleben die drei. Extrem spannend sind im gesamten Film die „russisches Roulette“ Szenen geraten. Das zerrt dann doch stark an den Nerven. Auch die Rückkehr von ihnen wird intensiv wiedergegeben, sei es als Krüppel oder als gebrochener Mensch. Der Krieg hat sie psychisch und physisch kaputt gemacht. Bis auf den lahmen Anfang wird der Zuschauer vom Schicksal der drei gefesselt, das mit einem dramatischen „bad end“ endet. Selten gab es so ein ausführliches Portrait, dass alle 3 Seiten des Vietnamkriegs schilderte.
Ein extrem junger Christopher Walken, spielt hier noch nicht seine Starrolle des eiskalten Bösewichts. Interessant ihn mal als lustigen Arbeiter und später als gebrochenen Soldaten zu sehen, der keine Angst mehr vor dem Sterben hat. Toll gespielt, besonders sein Ende geht an die Nieren.
Auch Robert de Niro stand hier noch am Anfang seiner Karriere und verbirgt sein junges Aussehen noch unter einem Bart. Doch auch hier zeichnet sich schon sein Talent ab. Er ist von den dreien wohl die schillernste und härteste Figur, die am besten davon kommt.
John Savage, der inzwischen meist nur noch in B-Movies zu sehen ist, ist ebenfalls noch extrem jung und überzeugt als fröhliche Figur, die aber ebenfalls durch den Krieg gebrochen wird. Sehr gut gefiel mir dabei seine Darstellung des körperlichen Krüppels, der gegenüber Michael seinen Schmerz zu verstecken versucht.
Fazit:
Gutes Vietnamkriegportrait, das im Gegensatz zu den meisten Filmen Einzug, Krieg und Leben danach darstellt. Die 3 Hauptakteure sind über jeden Zweifel erhaben, nur der Anfang ist etwas zu zäh und lang geraten. Man sollte allerdings kein blutiges Kriegsgemetzel a la „Platoon“ erwarten.