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Stephen Kings The Stand - Das letzte Gefecht [TV-Mini-Serie] (1994)

Eine Kritik von Dionysos (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 24.08.2004, seitdem 875 Mal gelesen


"The Stand" ist neben "Shining" wohl der beste Roman von Stephen King und bei der Fülle an King-Verfilmungen war es nur eine Frage der Zeit bis auch dieses mehr als 1000-seitige Endzeit-Schauer-Epos auf Zelluloid gebannt wurde, leider nur als 4-teilige TV-Produktion, der es sichtlich am Budget mangelte. Aber auch die fast 6 Stunden Film reichen nicht mal annähernd aus, um die komplexen Zusammenhänge und die Beziehungen der Romanfiguren dem Zuschauer näherzubringen. Hier wird einmal mehr deutlich, dass es für eine gelungene Literaturverfilmung nicht unbedingt ratsam ist, sich zu eng an die Vorlage zu halten. Wie gesagt: Um die Komplexität des Buches zu erreichen, wären wahrscheinlich noch weitere 6 Stunden Film nötig gewesen. Stattdessen wurde versucht, möglichst viele Details und Nebenfiguren in die Filmhandlung einzubauen, die allerdings so stark in den Hintergrund gerückt werden, dass sie vollkommen überflüssig erscheinen. Auch an der Inszenierung hapert es: Anstatt diverse Handlungselemente komplett aus dem Drehbuch zu streichen, verrennt man sich hier genau wie bei der Charakterzeichnung in unnötigen Details, die im Buch noch spannend sind, aber im Film einfach nicht funktionieren - nur Romankenner dürften in einigen Passagen noch interessiert zuschauen.
Der einzige echte Pluspunkt der Verfilmung sind die Traumsequenzen, die ein ums andere Mal mit einem deftigen Schockeffekt aufwarten und auch sonst atmosphärisch sehr gelungen sind. Überhaupt ist die düstere Endzeitstimmung sehr gut eingefangen worden: menschenleere Strassen, unheimliche Stille - obwohl hauptsächlich tagsüber gedreht wurde, kann stets eine bedrohliche Atmosphäre erzeugt werden.
Die Besetzung ist eher durchwachsen: Sind die Darstellungen von Stu Redman, Nick Andros und Tom Cullen noch sehr gut gelungen, hapert es ganz besonders beim "Schwarzen Mann" Randall Flag an der Wahl des Schauspielers: Nur mit seiner Maske wirkt er wirklich bedrohlich, ansonsten ist von der finsteren, dämonischen Romanfigur nicht viel übrig - wirkt teilweise wie ein typischer B-Movie-Bösewicht. Leider total fehlbesetzt!

Atmosphärisch gelungene, aber zu langatmige Kingverfilmung, die eine intelligentere Handlungsstraffung nötig gehabt hätte und daher wohl eher King-Lesern gefallen dürfte. 6/10


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