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Fist of Legend (1994)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 04.04.2006, seitdem 420 Mal gelesen


Ein Chinese rettet den Frieden in Shanghai

Die besten Eastern sind die, in denen auf tatsächliche Ereignisse Bezug genommen wird. Es gibt ja auch genügend davon, nehmen wir nur die Shogunatszeit in Japan, den Boxeraufstand in China, die Auseinandersetzungen rund um die chinesischen Provinzen, das gute alte Shaolin-Kloster...die Länder des fernen Ostens sind reicher an Geschichte als die des Abendlandes. Doch gerade der westliche Zuseher möchte nicht langatmige Epen über das Werden einer Nation sehen, sondern unterhalten werden, denn Geduld und Langmut sind keine westlichen Eigenschaften. Um also in Übersee Erfolg zu haben, muß die asiatische Filmindustrie stets einen Spagat bewältigen, auf der einen Seite dürfen fernöstlicher Humor und Dinge wie Ehre, Familie und das Wahren des Gesichts nicht fehlen, auf der anderen Seite aber will man harte Action und möglichst spektakuläre Kämpfe sehen. Doch nicht immer geling dieser Spagat – wenn aber doch, sind die Ergebnisse sehenswert.

So ist es auch hier. Etwa im Jahr 1930 studiert der Chinese Chen in Japan, als ihn die Nachricht vom Tode seines Kung-Fu-Meisters ereilt. Chen eilt sogleich nach Shanghai, um dort herauszufinden, daß der Meister vergiftet worden ist. Nach und nach bringen Ermittlungen seitens der chinesischen Polizei zu Tage, daß eine japanische Militärgarnison hinter dem Mord steckt, da man die Kampfsportschule der Chinesen aus dem Weg haben will, fürchtet man doch Widerstand, wenn es um die Annexion von Shanghai geht. Doch Chen ist ein aufrechter Kämpfer, der auch vor einer Übermacht nicht zurückschreckt, und so kämpft er sich durch bis zum großen Finale, in dem er dem japanischen Oberst gegenübersteht. Chen gewinnt auch diesen Kampf, muß aber um des Friedens zwischen China und Japan das Land verlassen.

Viele Dinge werden in diesem brillanten Kampfsportstreifen nur angerissen, die eine weitere Beschäftigung durchaus lohnen würden. Da ist zum Beispiel die Fremdenfeindlichkeit der Chinesen, vor allem gegenüber den Japanern, fein aufgezeichnet an der Person von Chens Freundin Mitsuko, einer hübschen Japanerin, die aber in Shanghai nicht einmal ein Hotelzimmer bekommt. Auch in der Kampfsportschule gibt es Probleme, Chen darf nur bleiben, wenn Mitsuko geht. Hier wird auf lange Traditionen Rücksicht genommen, und genau diese Schilderungen machen den Film aber höchst interessant. Schön dabei ist vor allem der Verzicht auf den asiatischen Humor, es geht ernst zur Sache – und das natürlich richtig. Der Film zeigt vor allem eines, die Kampfkunst des Jet Li. Es ist sagenhaft, wie schnell sich dieser Mann bewegt, wie geschmeidig und fließend seine Martial Arts sind. Kämpfe gibt es reichlich, gerne auch mal allein gegen eine Übermacht, und an diesen Kämpfen gibt es nichts auszusetzen. Zeitlupen werden nur dann verwendet, wenn es nötig ist, um beispielsweise einen atemberaubenden Sprungtritt sichtbar und faßbar zu machen. Sicher insgesamt einer von Jet Lis besten Filmen, gute Geschichte, gute Kämpfe, gute Note – 9/10.


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