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Fist of Legend (1994)
Eine Kritik von SuspectZero (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 01.02.2007, seitdem 505 Mal gelesen
Let Li - Fist of Legend
Möge die Übung gelingen, ist ein alter Motivationsspruch in Martial Arts-Kreisen. Diese Übung von Jet Li, Gordon Chan und vor allem Yuen Woo Ping als Choreograph ist mehr als gelungen. Redundant in der Technik und Plusquamperfekt in der Ausführung. Da ich selber über 20 Jahre aktiv Kampfkunst (TaekwonDo) betrieben habe, erlaube ich mir nun ein fachliches Urteil.
Ein oftmals auftretendes Problem bei vielen modernen Kampfsportepen ist, dass die meisten Darsteller eigentlich gar keine Ahnung vom Kämpfen und den Techniken haben und nur durch gute Choreographen in optisch ansprechende Form gebracht werden. Wie gesehen bei Kill Bill, Last Samurai und auch Matrix. Wer mal einen japanischen Schwertmeister mit dem Katana in Aktion gesehen hat, weiß was ich meine
Uma Thurman z.B. kann noch nicht einmal ein Katana richtig halten, geschweige denn damit wirklich kämpfen.
Ist auch nicht verwunderlich, denn das Training dauert Jahre und erfordert Disziplin und Beharrlichkeit. Genauso wie bei Tom Cruise in Last Samurai oder Neo, Agent Smith und Morpheus in Matrix. Es sieht für den Laien gut aus und begeistert das Publikum.
Alles ein Resultat der Choreographie und ihrem derzeitigen Gottkoenig Yuen Woo Ping
Nun zum Film. Die Handlung des Remakes vom Bruce Lee-Klassiker (Verneigung Sifu Lee) erspare ich mir weitgehend und schreibe lieber weiter über Kampfkunst, denn das hat der Film verdient.
Ich muss sogar sagen dass Jet Li im Film besser fightet als Bruce Lee in seinen Filmen. Jet Li hat aber nicht die Ausstrahlung und das Charisma von Bruce Lee, deswegen wird er auch nie so einen erhobenen Status erreichen, vielleicht auch weil er noch lebt
Die technische Ausfuehrung der Fightsequenzen ist schlicht gesagt einfach brillant. Das Beste, was es bisher gegeben hat. Anspruchsvolle Techniken in perfekter Ausführung mit realistischem Bezug. Obwohl man mit dem Begriff Realität bei solchen Filmen immer etwas vorsichtig umgehen sollte
So gruselig es auch klingen mag. Die Realität des freien Kampfes (kein Wettkampf mit Regeln, so wie ich es auch gelernt habe) sieht man bei UltimateFighting. Ich bin kein Freund davon, aber so sieht es nun mal aus, wenn 2 Männer wirklich hart gegeneinander kämpfen. Da gibt es kaum saubere Techniken und die meisten Fights enden im wüsten Bodenkampf mit viel Blut und ausgeschlagenen Zähnen. Das ist leider die Realität des Zweikampfes So was will im Kino natuerlich niemand sehen. Dafür gibt es Jet Li und Yuen Woo Ping.
Das besondere an Fist of Legend ist auch, dass nicht nur der Hauptdarsteller exzellent fighten kann, sondern auch seine Gegner. So bekommt man phantastiche Eins-gegen-Eins Wettkämpfe, die ihres gleichen suchen. Im Vergleich dazu ist bei Ong Bak und Tom Yum Goong meist nur der klasse Hauptdarsteller Tony Jaa technisch sehr gut, während die Gegner meist nur dankbare Opfer sind und sinnlos die Fresse voll kriegen.
Die durchaus witzigen Kaspereien eines Jacky Chan oder die schwuchtelige van Damme-Gymnastik stehen hier sowieso außen vor. Auch mein früher (80iger Jahre) favorisierter
Steven Seagal, der sich heute wie ein schwangerer Pandabär bewegt, hat hier nichts mehr zu melden.
Fazit: 10 Punkte
Fist of Legend ist der König unter den technisch anspruchsvollen Martial-Arts-Filmen und zurecht auf Platz 1 in der Kategorie Eastern/Kampfsport. Wird wohl auch kaum bald übertroffen werden, da diese Form von echter Kampfkunst vom Mainstreampublikum nicht wirklich verstanden und entsprechend gewürdigt werden kann
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