|
 |

Ansicht eines Reviews
Fist of Legend (1994)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 31.08.2007, seitdem 665 Mal gelesen
"Fist of Legend" stellt das Remake des 1972 entstandenen Bruce Lee Films "Todesgrüße aus Shanghai" dar. Regie führte Gordon Chang zusammen mit Profichoreograph Yuen Woo-Ping. Der Film wurde ein Erfolg, wurde jedoch in Deutschland überhaupt nicht veröffentlicht, es gab nicht mal eine Kinoauswertung, geschweige denn ein Video oder eine DVD. Vergleiche mit dem Original kann ich leider nicht bewerkstelligen, da noch nicht gesehen. Ich bin kein Freund des Hongkongkinos, daher kann ich keine absolute Objektivität versprechen.
Shanghai im Jahre 1937. Der Student Chen Zhen (Jet Li) erfährt, dass ein alter Meister getötet wurde. Er bricht sein Studium ab und macht sich auf den Weg in seine alte Schule. Dort beginnt Chen Nachforschungen über den Tod seines Meisters anzustellen. Leider bringen ihn Konflikte mit gegnerischen Schulen immer wieder aus dem Konzept. Schließlich kommt er hinter den eigentlichen Drahtzieher, nämlich General Fujita (Billy Chow). Chen fordert den General zu einem Kampf auf Leben und Tod heraus und nicht umsonst gilt Fujita als bester Kämpfer seines Fachs. Chen hat zum ersten Mal in seinem Leben einen schier unschlagbaren Gegner vor sich.
"Todesgrüße aus Shanghai" gilt als Klassiker des Hongkongkinos, damals mit Bruce Lee besetzt, der leider 1973 verstarb. Hier übernimmt Wushu Kämpfer Jet Li die Hauptrolle. Er schlüpft in die Identität des Studenten Chen Zhen, der seine chinesische Kampfschule verließ, um in Japan Technik zu studieren. Während der Streitigkeiten zwischen Japanern und Chinesen erfährt Chen vom Tod seines Meisters. Anscheinend soll er in einem Zweikampf besiegt worden sein, doch Chen denkt anders und hat natürlich Recht. Sofort macht er sich auf den Weg nach China, verlässt sogar seine Freundin Mitsuko (Shinobu Nakayama), welche ihm kurz darauf nach China folgt.
Die Originalität des Plots hält sich stark in Grenzen. Es geht nur um die Aufklärung des Mordes an Chen´s Meister. Viel ermitteln muss Chen nicht, denn die Täter sind teils in seiner eigenen Kampfschule zu finden. Die Verdächtigen sind für den Zuschauer zwar schwer zu entlarven, aber eine Überraschung stellt die Aufklärung des Mordes bestimmt nicht dar. Mal wieder hat das böse Militär seine Finger im Spiel. Nebenbei werden ein bisschen die Rassenunruhen thematisiert. Die Rivalitäten zwischen Chinesen und Japanern waren im frühen neunzehnten Jahrhundert sehr fortgeschritten. Ein Chinese durfte keine japanische Freundin haben und umgekehrt und so kommt es in Chen´s Schule auch noch zu Konflikten, da Mitsuko nun mal Japanerin ist. Aber das sind eher Nebensächlichkeiten, die leider ab und an zu kleinen Längen führen. Man wartet als Zuschauer eigentlich immer gespannt auf den nächsten Fight. Der kleine Mordfall, Rassenunruhen, diverse Romanzen, sowie die kaum tiefgründigen Charaktere interessieren nur am Rande.
Für das geringe Budget besorgte man sich eine tolle und detailgetreue Ausstattung und baute einige Kulissen. Man fühlt sich beim Anschauen des Films wirklich zurück in die 30er Jahre versetzt. Man musste noch mit Kutschen oder Rikschas reisen, die Armee kontrollierte das Land mit eiserner Gewalt und auch Prozesse vor Gericht (hier eine echte Lachplatte) wurden anders geführt. Der Score pendelt von toller Kampfmusik, bis hin zu schnulzigen Sounds.
Was bei " Fist of Legend" garantiert auffällt, sind die grandiosen Kämpfe. Fast ohne Wire Work choreographierte Yuen Woo-Ping seine brillianten Kämpfe. Jet Li wirbelt, tritt, schlägt dabei um sich, dass es einem fast den Atem raubt, zudem in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Da werden dutzende von Gegnern innerhalb von Sekunden abgefertigt. Glasscheiben, Wände, sonstige Inneneinrichtung wird dabei in massen demoliert. Auch wird dabei nicht so übertrieben wie oft üblich. Das meiste Kampfgeschehen spielt sich auf dem Boden ab und man fliegt auch nicht durch die Lüfte.Einige Moves und viele Kämpfe sind gnadenlos übertrieben, aber echte Eyecatcher. Wenn Li eine ganze Karateschule inklusive Meister zusammenschlägt ist das ein absoluter Hingucker. Dazu kann man sich auf einen fast endlos langen Endkampf gegen den General freuen. Nur zwischen den Kampfszenen herrscht meistens Leere.
Jet Li macht dabei einen tollen Job, während es schauspielerisch noch hapert bei ihm. Aber sein Kung Fu Können entschädigt für sein fehlendes Talent in Punkto Mimik und Gestik. Ich bin schon froh, dass keine Peinlichkeiten gegeben waren, wie der sonst oft vorhandene, für mich viel zu übertriebene Humor. Man bleibt weitestgehend ernst, da wirken die Darsteller auch gleich viel besser.
Schick fotographiertes Remake mit grandiosen Kampfeinlagen, recht guten Darstellern und einer detailgetreuen Kulisse. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Fights.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von floair
Zurück
 |
 |
|