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Fist of Legend (1994)

Eine Kritik von Dr. Till (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 28.09.2009, seitdem 231 Mal gelesen


Als 1937 die Japaner in China für reichlich dicke Luft sorgen, studiert der Chinese Chen Zhen (Jet Li) gerade in Tokyo. Nach dem Aufmischen einer radikalen Studententruppe erfährt er jedoch von dem Tod seines Kung Fu-Meisters in einem Kampf und reist alsbald zurück nach Shanghai, seine japanische Liebe Mitsuko Yamada (Shinobu Nakayama) zurücklassend. Nun verhilft er nicht nur seiner vor dem Zerfall stehenden Kung Fu-Schule auf die Sprünge, sondern deckt auch die wahren Umstände des Todes seines Meisters auf: Dieser wurde nämlich vergiftet. Wie sich bald herausstellt, stecken eine paar fiese Japaner dahinter, allen voran der Oberbösewicht General Fujita (Billy Chow), welche Chen Zhen als hinderlich für ihren Plan, die chinesische Kampfkunst schlecht dastehen zu lassen, identifizieren und ihm einen Mord anhängen. Glücklicherweise ist Chen Zhen jedoch dessen Liebschaft gefolgt und verschafft ihm ein Alibi. Gleichzeitig deckt sie aber auch die nicht vorhandene Toleranz der Freunde von Chen Zhen gegenüber Japanern auf, wodurch das Liebespaar zwischen den Fronten steht...

Fist of Legend ist ein Remake vom Bruce Lee-Klassiker Todesgrüße aus Shanghai. Während dieser aber die Japaner noch wirklich schlecht wegkommen ließ, ist die HK-Filmindustrie beim Remake wohlwollender, denn sowohl aufrechte als auch hinterlistige Figuren gibt es auf beiden Seiten; bei den Japanern und bei den Chinesen. Diese Reife zeigt sich auch deutlich in der Reaktion der Kung Fu-Schule auf Zhens Freundin Mitsuko. Überhaupt ist Fist of Legend vielschichtiger als viele andere Vertreter seines Genres. So spielen neben der Liebesgeschichte auch die Frage nach dem Giftmischer, welcher den Meister vergiftete, der Konflikt zwischen dem Nachkommen des Meisters Hou Ting-An (Siu-hou Chin) und Zhen, die Liebschaft jenes Hou Ting-An selbst und die allgemeine hitzige Stimmung im japanisch besetzten Shanghai eine Rolle. Dass der Hauptplot um das Intrigen-spinnende japanische Militär tatsächlich nicht klischeefrei erscheint, kann also getrost hingenommen werden. Fakt ist, dass der Film neben dem ganzen Gekloppe eine ganze Menge mehr bietet. Da ist es umso bedauerlicher, dass im letzten Drittel einige Tugenden abrupt abandonniert werden - so auch die zentrale Liebesgeschichte, die mit Mitsukos aufopferungsvoller Rückreise nach Tokio endet und nicht weiter erwähnt wird (höchstens in einem Schlussdialog einer amerikanischen Synchronisierung, in der Zhen behauptet, zu Mitsuko reisen zu wollen). Wirklich schade, da Shinobu Nakayama wirklich nett in ihrer Rolle anzusehen ist! Überhaupt wird die Story hier stellenweise auf Genre-Einheitsbreits gestaucht.

Positiv zu vermerken sind zudem die sympathischen, ausreichend glaubhaft rübergebrachten Figuren. Mitsuko als Freundin wurde ja bereits erwähnt, doch auch andere Charaktere wie Onkel Noh (Paul Chun), der japanische Karateka Fumio Funakoshi (Yasuaki Kurata) sowie Captain Jie (Cheung-Yan Yuen) sind aus dem harmischen Gefüge nicht wegzudenken! Jet Li überzeugt darüber hinaus in der Haut des Protagonisten (nicht nur in den Prügelszenen).

Größter Pluspunkt des Films sind - wie sollte es auch anders sein - die knallharten Fights. Extrem kraftvolle und blitzschnelle Kicks und Schläge gibts en masse, meisterhaft von Yuen Woo Ping choreographiert und unter der tadellosen Regie Gordon Chans. Stetig zieren kleine einschübe der Gliedmaßen und Mimiken der Kontrahenten die Kämpfe und bilden dabei nicht selten eine nette Hommage an das Original (so wie es Jet Li mit seinem westlich orientierten Kampstil mit Bruce Lee macht). Für viele in diesem Sektor der Genreprimus, auch weil sich die ohnehin schon tollen Kämpfe immer noch weiter steigern können und in einem einzigartigen Endkampf münden. An der Präsentation gibts ansonsten nur die repitive, teils zu harmlose Musikuntermalung zu kritisieren, wobei die Demonstration von General Fujitas Härte widerum angenehm kolossal begleitet wird.

Somit gehört Fist of Legend auf jeden Fall ins Pflichtpensum eines jeden Martail Arts-Fans, der etwas auf sich hält. Perfekte Fights und eine überraschend reife, vielschichtige Geschichte garantieren feinste Untarhaltung, auch wenn die angesprochenen Makel im letzten Drittel durchaus etwas am Lack kratzen...


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