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Hannibal (2001)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 25.04.2011, seitdem 143 Mal gelesen


Zehn Jahre sind vergangen, seitdem FBI-Agentin Clarice Starling ihren großen Erfolg im Falle "Buffalo Bill" feiern konnte. Damals war es ihr mit Hilfe des im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses für geistesgestörte Schwerverbrecher einsessenden Genies Dr. Hannibal Lecter gelungen, den perversen Serienmörder aufzuspüren. Doch Dr. Lecters Hilfe brachte ihr nicht nur Ruhm ein: Seit ihrer Begegnung mit Hannibal Lecter ist sie von ihm gleichermaßen gefesselt wie traumatisiert.

Ebenfalls 10 Jahre brauchte man um nach dem genialen Vorgänger „das Schweigen der Lämmer“ nach dem Roman von Thomas Harris sich zu einer Fortsetzung durchringen ließ. Jodie Foster konnte man für die Rolle der Agentin Starling leider nicht mehr gewinnen, so musste Julianne Moore als Ersatz ran und bleibt ziemlich blaß und auch etwas unsympathisch dabei. Die Hauptstory dreht sich eh diesmal zentral um Lecter selbst, der mal eben aus dem Knast ausgebüchst ist um sich in Florenz seinen kultivierten Gepflogenheiten zu widmen.
Obwohl man hier mit Ridley Scott einen renommierten Regisseur gewinnen konnte, hält sich dieser was Tempo und Action angeht, erstaunlich zurück. Lediglich in der Anfangssequenz, als das FBI eine Verhaftung mal so richtig verbockt, geht’s ordentlich zur Sache, ansonsten liegt der Schwerpunkt auf dem Thriller Part. Da kommen dann aber bei einer Laufzeit von über zwei Stunden schon mal einige Längen auf. Manchmal erweckt der Film eher den Eindruck als suhle er sich in seinen zugegebenermaßen tollen Sets und Locations, anstatt sich um die Handlung zu kümmern und diese ein wenig flotter voranzutreiben.
Diese ist nämlich eher ein zwei Episodenfilm geworden. Zunächst muß sich Lecter in Italien einem geldgierigen Polizist erwehren, der auf die Belohnung seiner Gefangennahme aus ist. Teil zwei springt dann wieder nach Amerika rüber, wo Lecter sich um eines seiner früheren Opfer kümmern muß. Dieser nahm die ganze Sache nämlich nicht wirklich sportlich hin, sondern versucht sich an seinem ehemaligen Peiniger zu rächen. So richtig einheitlich wirkt der ganze Film jedenfalls nicht.
Wenigstens Anthony Hopkins kommt kultiviert diabolisch daher wie immer, dennoch ist Hannibal weit weniger intensiv, wie sein Vorgänger. So richtig vom Hocker haut dieser Streifen niemanden. Zwar vermag der Film immer noch zu unterhalten, aber „das Schweigen der Lämmer“ hat die Meßlatte eben so hoch geschraubt, das Hannibal dort eben locker untern durch segelt.
6/10


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