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Biss der Schlangenfrau, Der (1988)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 11.01.2001, seitdem 1117 Mal gelesen


"Lair of the White Worm" ist die erste, mir bekannte Adaption des Buches von Dracula-Autor Bram Stoker. Der Skandalregisseur der Sechziger und Siebziger, Ken Russell, hat sich an der Verfilmung versucht und es ist sogar (für seine Verhältnisse) ein durchstrukturierter Gruselfilm geworden.
Die Handlung spielt irgendwo in einer relativ urwüchsigen Gegend in Südengland, wo ein Archäologiestudent einen monströsen Schädel aus einem Beet ausgräbt, um bald darauf samt dem ansässigen Jungadeligen und den jeweiligen Freundinnen in die Geschehnisse um eine Neubegründung des noch aus römischen Zeiten bekannten Schlangenkults verwickelt zu werden. Lady Silvia Marsh, die in einem tempelähnlichen Herrenhaus im Wald lebt, wird dann auch zum Dreh- und Angelpunkt des bißfreudigen Treibens...
Natürlich ist das Ganze streng genommen eine Variante des Vampirmythos, die hier durchexerziert wird, doch Russell mags halt grell, bunt, abgefahren und deswegen gibts reichlich kruden Humor, seltsame Sets und Bilder, blasphemische Visionen, sexuell eindeutige Träume und eine weiße Riesenschlange, die gern Jungfrauen knuspert. Dabei lag die literarische Vorlage in allen Details Russell wohl kaum am Herzen, sondern mehr der reizvolle und reizhafte Umgang der Charaktere. Da wird mit Spitzen und Wortspielen nur so um sich geworfen und die Schlangen sind wahrlich allgegenwärtig, bzw. ihr Biß. Amanda Donohoe als Lady Marsh gibt unverhohlen den sexuellen Vamp, komplett mit reichlich Fetischoutfit und langen Fang- und Giftzähnen, aus welchen es nur so spritzt. In der Widersacherrolle gibt der junge Hugh Grant das Beste, was seine begrenzte Mimik hergibt und Denver-Schnittchen Catherine Oxenberg darf als Freundin mal wieder in Unterwäsche durch die Gegend tanzen.
Daß bei all dem munteren Treiben die Geschichte ein wenig auf der Strecke bleibt, sondern stets in Siebenmeilenschritten wieder aufholen muß, wundert nicht, so wie Russell hier seine Obsessionen auslebt. Trotzdem ergibt sich ein wahrhaft absurder Bilderrausch mit vielen treffenden Schmunzlern und einigen schönen Schockeffekten. Ein Fest für die Augen gewiß, aber nichts für Puristen.
7/10 für eine unterhaltsame Vampirvariante und einen Berg von Anzüglichkeiten.


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