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Bruce Lee - Noch aus dem Grab schlage ich zurück (1976)

Eine Kritik von Fabse (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 07.05.2006, seitdem 679 Mal gelesen


Was uns Chuck Norris und Steve McQueen verschwiegen haben: Bruce Lees bester Schüler namens Wong bekommt kurz vor dem Tod des Meisters den Auftrag, das baldige Ableben des Eastern Heros im Nachhinein zu rächen. Schon kurz nach der Ankunft in Amerika bestätigen sich die Vorahnungen Wongs, dass der tragische Unfall, der seinen Lehrer aus dem Leben riss in Wahrheit ein eiskalter Mord war. Nachdem sich der Aushilfsdrache bei der debil dreinschauenden US-Schönheit Susan einquartiert hat, und ihr die Kunstkniffe des Karate vermitteln zu versucht, kristallisiert sich heraus, dass Lee das Opfer einer Bande von kampferprobten Drogendealern geworden ist. Egal, ob nun der Afroamerikaner mit der Axt oder der Cowboy-Verschnitt mit der Schrotflinte: Nun kriegen alle Mitglieder des fiesen Syndikats die Fresse dick gehauen!

Als am 20.Juli 1973 die Eastern-Ikone Bruce Lee das Zeitliche segnet, erblickt alsbald ein neues Trash-Subgenre das Licht der Welt: Die Bruceploitation! Mehr oder weniger talentierte Doubles des Martial Arts-Heroen bevölkern ohne Skrupel die Leinwände und blamieren sich in teils unglaublich bekloppten Streifen, die jeder Beschreibung spotten. Neben „The Clones of Bruce Lee“ (Ein Wissenschaftler klont drei Lees!) ist „Bruce Lee fights back from the Grave“ wohl einer der übelsten Zelluloidverbrechen dieser Ära. Bereits in den Anfangs-Credits belästigt man den Zuschauer mit einer Zeichentrickanimation, die uns Bruce Lees glorreiche Rückkehr suggerieren soll. Gegen diesen einleitenden Wahnsinn erscheinen sogar 80er TV-Verspänne wie etwa der von Peter Lustigs „Löwenzahn“ geradezu technisch perfekt inszeniert. Was dann folgt sind über 80 Minuten voller bodenloser Schauspielleistungen und ein Bruce L.K. Lea, der jedem Obermuff ordentlich auf die Mappe kloppt. Matrix-Fans können hier wirklich frohlocken, denn jeglicher Kontrahent des gelben Wirbelwindes bekommt den finalen Tritt vor die Rübe in doppelter Zeitlupen-Wiederholung verpasst. Zwischendurch flirtet der Hauptakteur noch mit der Ami-Braut oder läuft mit einem Bilderrahmen um den Hals orientierungslos durch die Stadt. Logik hat man erfreulicherweise auch nicht zu erwarten, oder ist irgendwem ein bösartiger Attentäter bekannt, der seine Opfer vorher nett weckt bevor er sie dann meucheln mag? Fiese Schurbärte und hirnbefreite Action-Szenen regeln hier sämtliches Geschehen auf dem Screen und etwas anderes hat wohl auch niemand erwartet bei so einem Titel, oder? Absolut asozial und trotzdem unterhaltsam wie Hölle. „You can't keep a good man down!“ verspricht der Covertext der DVD und hier ist der Name wirklich Programm. Ob jetzt wirklich der italienische Trash-Papst Umberto Lenzi was mit diesem Werk zu tun hat, wie an mancher Stelle behauptet wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Einen Ehrenplatz im Exploitation-Olymp hat sich dieses dreiste Werk trotzdem verdient.


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