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Chiller - Kalt wie Eis (1985)

Eine Kritik von Jason (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 16.11.2003, seitdem 910 Mal gelesen


Dieses Frühwerk von Wes Craven entbehrt eigentlich jeglicher Daseinsberechtigung. Erschreckend was der Großmeister des urbanen Horrors hier abliefert, wenn man bedenkt, dass er ein Jahr zuvor noch den legendären ersten Teil der Nightmare-Reihe gedreht hat...

Die Story ist von vorne herein schon höchst einfallslos, als dass sich noch filmtechnisch gewinnbringend darauf aufbauen ließe. Doch selbst das versucht der Regisseur hier nicht mal ansatzweise. Wirklicher Horror stellt sich so gut wie gar nicht ein, was zum einen daran liegt, dass die Charaktere sich an Blässe und Profillosigkeit gegenseitig hartnäckig unterbieten zu wollen scheinen, zum anderen an der Tatsache, dass alle Abläufe so 102%ig vorhersehbar sind wie das Glockengeläut zum Kirchengang Sonntag morgens um halb zehn.

Auch spannungs- und atmosphärenfördernde Musik sucht man hier völlig vergebens. So gerät dieses filmische Mach(t)werk ganz schnell zu einem höchst wirksamen Einschlafmittel, spätestens nach einer dreiviertel Stunde übermannt einen das große Gähnen und der unbändige Wunsch abzuschalten ist das einzige, womit man sich noch beschäftigt, da einen die fehlenden filmischen Inhalte (logischerweise) nicht im Geringsten fordern.
Wer aber dennoch tapfer bis zum Schluss wartet, wird mit einem lächerlich-langweiligem "Finale" (ich mag das Wort gar nicht so recht benutzen) belohnt, das einem den bis dahin möglicherweise noch verbliebenen Restglauben an den Streifen dann vollends nimmt.

Es gibt keine Schockeffekte, Gore oder etwas entsprechendes schon gar nicht. Im Grunde genommen wirkt das Ganze wie eine übersinnlich angehauchte Doppelfolge von Dallas - wobei Dallas sehr viel interessanter war als dieses Filmchen hier. Zurück bleibt nur die Frage, was sich Wes Craven dabei gedacht hat, ob er wohl aufgrund vertraglicher Bindungen oder ähnlichem gezwungen war, diesen Film zu drehen - und wo wohl die Effekte geblieben sein sollen, für die man einen Stan Winston engagiert hat (???).

Die 16er-Freigabe der "ungekürzten" Fassung ist schon ein schlechter Witz für sich, dass das alte VCL-Tape ab 18 freigegeben ist nur noch blanker Hohn. Wer seinen Kindern die dreimal unheimlicheren Harry Potter-Filme noch nicht zumuten mag, der kann ihnen als Übergang getrost diesen Streifen hier zeigen. Keine Nachwirkungen garantiert...


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