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Expect No Mercy (1995)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 21.01.2009, seitdem 236 Mal gelesen
Billy Blanks (Tough and Deadly) und Jalal Merhi (Tigerkralle) kloppen sich durch eine mies getrickste Computerwelt. Anstatt mit den Virtual Reality Szenen sparsam umzugehen, setzt der unfähige Regisseur Zale Dalen sie ständig ein. Merhi produzierte den Schmarrn mit seiner eigenen Geizschmiede MC-One, das Drehbuch verzapfte Stephen Maunder (TC 2000), der immerhin einigermaßen ein Händchen für B-Screenplays besitzt. Viel eingefallen ist ihm hier trotzdem nicht und die erste Halbzeit ist derart actionarm, dass man am liebsten sofort ausschalten möchte. Und zwar geht es um den Terroristen Warbeck (Wolf Larson). Der leitet eine dubiose Kampfschule, wo seine Schüler mit Hilfe von Virtual Reality trainiert werden. In Wirklichkeit will er sich nur eine schlagkräftige Einheit aufbauen, die Auftragsmorde gegen Bezahlung durchführen sollen. FBI-Agent Justin Vanier (Billy Blanks) und Kampfsportlehrer Eric (Jalal Merhi) sollen den Wahnsinn stoppen. Eigentlich sollte man als ständiger B-Konsument nicht über die Story meckern, würde ich auch nicht, wenn Dalen flott vom Leder ziehen würde. Stattdessen ist nach einem anfänglichen Appetithäppchen totale Ebbe angesagt. Justin soll sich undercover in die Schule einschleußen, was ihm auch mit Leichtigkeit gelingt, anscheinend wird dort jeder genommen. Erics Funktion ist ein bisschen unlogisch, so ist er dort als Kampfsportlehrer angestellt und immer noch nicht hinter Warbecks Geheimnis gekommen. Auch weiss man nicht so genau, ob er auch Agent ist oder nur Zivilist, der seine Hilfe anbietet. Neben den zu nichts führenden Dialogen muss der Zuschauer erst massig schlecht gemachte Virtual Reality Szenen über sich ergehen lassen. Und die sehen in der heutigen Zeit noch veralteter aus, als zur Enstehungszeit von "Expect no Mercy". Sind teillweise mit den pixeligen Spielen des Super Nintendos zu vergleichen. Auf jeden Fall sogar für eine B-Produktion unter aller Kanone und dann knallt uns Dalen damit gleich den Latz voll, anstatt damit zu geizen.
Auch die Fights in den pixeligen Welten wirken einfach nur hölzern. Doch in der letzten halben Stunde drückt Dalen auf die Tube. Auch Blanks und Merhi kommen endlich in die Gänge und müssen sich ettlicher Gegner in der wirklichen Welt erwehren. Gerade das Finale bietet gute Choreographien, der eindeutige Höhepunkt, wenn Billy gegen seinen Bruder Michael antreten muss. Neben dem Fratzengeballer wird noch ein wenig geschossen, was aber kaum der Rede wert ist, Hauptaugenmerk liegt auf den Keilereien, die in der zweiten Halbzeit recht zahlreich auftreten. Auf Verfolgungsjagden musste man komplett verzichten und auch die Explosion im Finale kann nicht so recht gefallen. Die Qualität der Action erhält das Prädikat zufriedenstellend, ist jedoch schlecht im Film verteilt. Die Kulissen sind wenig abwechslungsreich und man sucht vergeblich etwas futuristisches. Billy Blanks macht das was er am besten kann, nämlich kloppen, Schauspieltalent will hier in keiner Szene durchblitzen. Mit Jalal Merhi bildet er ein ordentliches Team, ihre Martial Arts Kenntnisse kommen Beiden zu Gute. Der deutsche Wolf Larson (Crash and Byrnes) schlägt sich recht wacker, sowie Michael Blanks (Dragon Fire) und Laurie Holden (The Shield).
Die zweite Halbzeit ist wegen den vielen Fights ansehbar, doch ansonsten bietet "Expect no Mercy" gepflegte Langeweile mit durchschnittlichen Darstellern. Zudem ist der Plot sehr einfallslos geraten und die Virtual Reality Effekte mies. Knappe 4 Punkte meinerseits.
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