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Prison of Dead (1980)
Eine Kritik von Max Con Carne II. (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 03.06.2011, seitdem 271 Mal gelesen
Tja, das waren Zeiten, als die Leute mit noch Regenmänteln und Trenchcoats ins Bahnhofskino gingen -  nur um beim Besuch von Filmen wie "Prison of Dead" von niemandem erkannt zu werden. Dabei ist diese Perle des WIP-Genres auch heute noch ein herrliches Stück Schmutz, das selbst im glasklaren Digitalformat den Dreck aus allen Ritzen des TV-Gerätes triefen lässt.
Das Brasilien als Filmland schon immer für allerhand schräges Zeugs zu haben war, beweißen nicht nur die düsteren Streifen um den unheimlichen Coffin Joe. Auch dieses Sex-und-Folterwerk im Gefängnis ist so unglaublich und abgefuckt, dass man es als Freund des unterschlagenen Filmes unbedingt mal gesehen haben sollte. Eine eigentliche Story, aber auch auch irgendwelche Hauptpersonen, Helden / Heldinnen gibt es nicht: Statt dessen wirkt die Handlung wie ein Flickwerk aus lose aneinandergereiten Episoden aus dem Knastalltag: man sieht die meist völlig nackten Mädels beim Duschen, bei lesbischen Spielchen oder wie sie mal wieder eine Auspeitschung über sich ergehen lassen müssen.
Ab und an wird sogar die Grenze zum Hardcore überschritten, wobei die Szenen längst nicht so explizit sind, wie in anderen einschlägigen Werken. Ferner muss man dazu sagen, dass die meisten Mädels (bis auf die Gefängnischefin, deren Assistentin sowie die durchgeknallte Krankenschwester) nicht sonderlich hübsch sind, was wiederum zu dem allgemein ziemlich schmutzigen Knastflair ganz gut passt. In seiner phasenweise eher minimalen Machart erinnert der Film zudem an die italienischen Naziplotation-Streifen der Siebziger, wobei das Schmuddelfeeling keinen Deut geringer ist.
Eingebettet in die geringfügige Handlung sind neben einem Subplot zum Thema Menschenhandel auch der Ausbruch von drei Insassinnen am Schluss, was gleichzeitig auch die deutsche Beschlagnahmung mit sich zog: neben dem Mord an einer Kleinfamilie sind zudem zwei recht krasse Kastrationen (Rasiermesser, Mund) zu sehen (ein Hund wird im Anschluss mit dem abgetrennten Dödel auch noch gefüttert), was für die Zensoren unseres Landes wohl ein wenig zu viel des Guten war. Alles in allem ist "Prison of Dead" vom Härtegrad eher durchschnittlich, streckenweise sogar ein wenig öd, die Szenen mit der Marilyn Monroe-Krankenschwester sind zum Teil sogar gnadenlos albern.
Als Griff in die Mottenkiste des Exploitation-Kinos dennoch eine Reise wert. Tipp: holt Euch die unzensierte Version, etwas billigen Bölkstoff von der Tanke - und dann ab die Post! Politisch vollkommen inkorrekt, ansonsten - bis auf einpaar langweilige Passagen - ein riesen Spaß!
7 mega-kultige Punkte!
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