Von Zeitschleifen und bösen Alien - Invasoren...
"Edge of Tomorrow" der auf der Light - Novel "All You Need is Kill" des Japaners Hiroshi Sakurazaka mehr oder minder lose basiert, wirkt nur anfangs wie einer dieser üblichen Science Fiction - Actioner in denen die Menschheit einmal mehr, mit bösen Aliens konfrontiert wird. Das Motiv was auch schon "Ein Murmeltier grüßt täglich" vorkam und dem Protagonisten immer wieder aufs neue ein - und denselben Tag/Moment erleben läßt, hebt den von Doug Liman doch teils eindrucksvoll und recht atmosphärisch inszenierten Genrebastard, aus dem Gros ähnlich gelagerter Mensch vs. Aliens - Clashes ab.
Tom Cruise tut sein übriges, agiert er anfangs als nicht sonderlich sympathischer PR - Soldat Bill Cage, der im TV ordentlich die Propaganda - Schiene fährt und eigentlich keinen Dunst und Schimmer davon hat, was wirklich passiert und wie zerstörerisch die Mimics sein können, die wie ein Schwarm die Erde vor 5 Jahren heimsuchten und erstmal Europa verseuchten und in ein Trümmerfeld verwandelten.
Leider wird er von seinem Vorgesetzten General Brigham (köstlich, wenn auch mit wenig Screetime Brendan "Harry Potter IV - VII) an die Front geschickt und das sogar mitten ins Geschehen. Natürlich überlebt er den ersten Tag bzw. Minuten an der Normandie nicht, erwacht aber nach seinem Ableben wieder auf dem Stützpunkt der UDF (United Defense Force) und erlebt immer wieder den tödlichen Einsatz, wobei er in als Full Metal Bitch geradezu gefeierten Kriegsheldin Rita Vrataski (Emily Blunt als taffe Powerfrau) eine Partnerin findet, mit der eine Zweckgemeinschaft gründet, um die Menschheit letztlich vor der totalen Vernichtung durch die Mimics zu retten.
Doug Liman der mit "Jumper" eine ziemlich schlechte Adaption eines SciFi - Romans inszenierte und mit "Fair Game" weder bei den Kritikern noch Zuschauern punkten konnte, findet mit diesem Film tatsächlich zu den alten Stärken zurück, die schon seine "Bourne Identität" zu einem gelungenen Agententhriller mit wenigen, aber gut gemachten Actioneinlagen machten.
Wobei "Edge" rein von der Action her, dem Zuschauer trotz diesmal komplett überflüssigen nachkonvertierten 3D´s zeitweise ins Geschehen mit rein zieht, auch wenn der dreckige Tenor zugunsten einer massenkompatibleren Freigabe etwas flacher ausfällt und die ersten Minuten samt Propaganda - Werbung wirklich erstmalig relativ "Starship Troopers" mäßig ausfielen.
Danach verlässt der Film dieses Terrain allerdings und beginnt die Handlung immer wieder recht sprunghaft aufgrund der Thematik mit der Zeitschleife fortzuführen, was schon aufgrund der köstlichen Dialoge zwischen Cage und Staff Seargent Farrell (Bill Paxton aus "Aliens" und "Titanic") mehr zum Schmunzeln, als zum Fürchten anregt. Danach geht es allerdings in die vollen und die Schlacht am Sandstrand wirkt recht bodenständig und weniger übertrieben, trotz der Kampfanzüge und einer Emily Blunt die wild mit ihrem Katana Mimics in Stücke haut.
Einziges Manko bei all der Mitten drin Action, ist allerdings auch das Kameragewackel, was hin und wieder auftritt und in Kombination mit dem nicht wirklich sinnvollen 3D (insbesondere beim Finale) vieles kaum erkennen lässt und vereinzelte Unschärfen verursacht, inbesondere wenn es wirklich dynamisch wird. Dadurch gehen die teils wirklich gut designten Aliens etwas unter, werden aber in wenigen Close Ups sehr beeindruckend in ihrem Äußeren dargestellt und agieren sehr gut mit dem menschlichen Cast.
Trotz dieser, allen voran technischen Schwächen funktioniert "Edge" nicht nur als Cruise Vehikel sehr gut, sondern beweist das es im ansonsten doch ziemlich ausgelutscht wirkenden Invasions - Setting hin und wieder mal auch Filme gibt, die trotz großen Budget auf über Tiefe verfügen können und dem Zuschauer nicht nur Visuals um die Ohren hauen wollen.
In diesem Falle macht "Edge" nicht viel falsch und taugt als lupenreiner Blockbuster mit der nötigen Dosis Humor, aber auch Sarkasmus, verzichtet allerdings auf unnützen Hurra - Patriotismus, trotz einem Dutzend eher unbedeutender Sidekick - Nebencharaktere die einzig allein für den Bodycount und die Team - Action taugen, einen den Spaß dennoch nicht verderben können.
Fazit: Episch, wuchtig und recht vielschichtig! Tom Cruise neuster Ausflug ins SciFi - Genre weiß zu gefallen und das auch in erzählerischer Hinsicht, trotz einiger Klischees und das man hier doch mehr geboten bekam, als die übliche Baller - Action Made in Hollywood.
8,5 von 10 Omegas