Ansicht eines Reviews

Secret Life of Jeffrey Dahmer, The (1993)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 27.09.2004, seitdem 506 Mal gelesen


Das Leben des Serienkillers Jeffrey Dahmer wird in dieser Verfilmung in narrativer Form aus dessen Sicht gezeigt. Dabei versuchte David R. Bowen sich an den tatsächlichen Begebenheiten zu orientieren, diese jedoch dramaturgisch etwas aufzupeppen. Um es vorwegzunehmen: großartige Authentizität vermag dieser Streifen nicht gerade zu verbreiten, allein schon die Wahl des unbekannten Hauptdarstellers Carl Crew erweist sich nicht als großer Griff. Das Drehbuch schildert nach kurzer Einleitung die einzelnen Mordfälle in einem Ablauf, der nur wenig mit einem Psychogramm zu tun hat. Statt dessen wird die Vorgehensweise zunehmend zu einem repetierenden Herunterspulen der makaberen und brutalen Killings, d.h. meistens: betäuben, töten, beseitigen. All zu spannend ist das nicht inszeniert und wer auf tiefere Einblicke in die kranke Seele eines Massenmörders hofft, wird enttäuscht sein. Denn wenn Jeffrey Dahmer nicht ständig aus dem Off seine Taten kommentieren würde, wäre selbst die Oberfläche seiner Motive nicht angekratzt, so wenig vermittelt die Inszenierung. Sicher ist es nicht einfach, einen so komplexen Geisteszustand auf Zelluloid abzulichten, doch man fragt sich schon, warum der Maniac aus Milwaukee als ein vom Tod besessener Mensch dargestellt wird. Seine stark sexuell gefärbte Motivation für die Bluttaten wird fast völlig ausgeklammert, überhaupt traut sich diese Verfilmung nicht so recht, homosexuelle Kontakte darzustellen. Dafür wird Dahmer lieber in diverse plakative T-Shirts mit Schädeln oder Skeletten drauf gesteckt, um dann im Haus seiner Oma und später in seinem Appartement junge Männer mit Aktfotos für schnelles Geld zu sich zu locken. In einzelnen Szenen erahnt der Zuschauer die Absurdität, die hinter den Versuchen steckt, sich seine neuen Freunde für die Ewigkeit zu bewahren. Wenn er einem Opfer ein Loch in den Kopf bohrt und Säure hineinspritzt, um ihn zu zombifizieren wirkt das ebenso krank, wie jemanden halb bewusstlos in ein Fass mit Säure zu stopfen, bzw. Schädel abzukochen. Dabei verlässt sich "Secret Life Of Jeffrey Dahmer" sehr selten auf grafische Gewaltdarstellungen, was es zu sehen gibt, sind zudem nicht gerade Highlights an SFX. Die Kamera indes steht meist am falschen Ort, könnte man meinen, viel wird dem Off überlassen. Wenn man in der ersten Hälfte gar nicht weiss, ob der nervige mainstramige Soundtrack oder die mäßige deutsche Synchro mehr nervt, gibt die zweite Hälfte zumindest in Ansätzen mit den Konflikten von Dahmer zu seinen Eltern etwas her. Positiv ist die fast schon neutrale Haltung gegenüber der Hauptfigur, die weder nur Bestie, noch die heldenhafte Identifikationsfigur darstellt. Was bleibt ist neben "Dahmer" eine weitere mittelmäßige Verfilmung, wenngleich diese sich zumindest faktisch nahe an den Taten Jeffrey Dahmers über 20 Jahre des Mordens bewegt.

Fazit: Weder großer Serial-Schocker noch filmisch herausragender Low-Budget-Streifen. Nur für Interessierte an seiner Biografie einen Blick wert. 4/10 Punkten


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Schwarz" lesen? Oder ein anderes Review zu "Secret Life of Jeffrey Dahmer, The (1993)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Schwarz

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

203 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Verdammte der Inseln, Der (1952)
Mein wunderbarer Waschsalon (1985)
Hereafter - Das Leben danach (2010)
Get the Gringo (2011)
Blade 2 (2002)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich