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Moonlight Mile - Eine Familiengeschichte (2002)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 27.12.2006, seitdem 365 Mal gelesen


Susan Sarandon (Oscar für „Dead Man Walking"), Dustin Hoffman (Oscar für „Rain Man" und „Kramer gegen Kramer") und Jake Gyllenhaal (oscarnominiert für „Brokeback Mountain") zusammen in einem Film - was für eine hochklassige Besetzung! Doch leider wurde in „Moonlight Mile" versäumt, diesen Hochkarätern eine temporeiche und originelle Handlung an die Hand zu geben.

Zur Story, die in den 60er Jahren spielt: Joe Nest (Jake Gyllenhaal) verliert durch den Amoklauf eines geistig Verwirrten 4 Tage vor der Hochzeit seine Freundin und arbeitet fortan mit dessen Vater Benjamin (Dustion Hoffman) zusammen als Immobilienmakler. Auch zieht er bei den seinen Beinahe-Schwiegereltern für die Zeit der Trauer ein. Was niemand weiß: Joe und seine Verlobte wollten sich noch kurz vor der Hochzeit trennen. Als dann Briefträgerin Bertie (Ellen Pompeo, „Grey`s Anatomy") in sein Leben tritt und er sich in sie verliebt, sieht sich Joe unweigerlich damit konfrontiert, endlich reinen Tisch zu machen...

Die Stärke und zugleich auch das Manko von „Moonlight Mile" sind die Ruhe und Unaufgeregtheit, mit der diese Coming-of-Age-Geschichte erzählt wird. Zwar wissen die Figuren - allen voran Susan Sarandon, die sich in ihrer Rolle als genervte Schwiegermutter in spe ganz dem Sarkasmus und Zynismus hingibt - durchaus die Ruhe des Films durch ihr intensives Schauspiel zu füllen, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass weder Spannung noch echte Dramatik aufzukommen vermag. Ja, Regisseur Brad Silberling („Stadt der Engel"), der selbst seine Freundin durch einen Mord verlor, arbeitete hier seine eigenen traurigen Erfahrungen stilsicher und seriös mit seltsamen, verschrobenen Humor (die Sequenz mit dem kotzenden Hund ist köstlich) auf. Nur hätte er dabei ein größeres Tempo an den Tag legen müssen. So gibt sich „Moonlight Mile" eher nachdenklichen Dialogen hin, als große Gefühle zu erzeugen. Einzig das Finale ragt dabei heraus, obwohl dessen Auslöser (Joes Aussage vor Gericht) eher unglaubwürdig wirkt. So lautet das Ergebnis leider nur: Bewegend: ja; großes Kino: nein.

Fazit: Die etwas andere Auf- und Verarbeitung eines familiären Verlusts überzeugt durch Seriosität und trockenem Humor. Doch leider gelingt es „Moonlight Mile" nicht, den drögen Eindruck, der sich von Anfang an aufbaut, durch große Emotionen oder emotionaler Intensität entgegen zu wirken. Es ist eher ein Film mit kleinen Gesten entstanden, der zwar nicht dauerhaft fesselt, aber zumindest weitgehend mit seinem großartigen Schauspielerensemble unterhält.


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