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Riverplay (2000)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 01.04.2011, seitdem 433 Mal gelesen


Ein älterer Ittenbach in Form eines Psycho-Thrillers lässt bereits deutlich erkennen, dass da (und hoffentlich immer noch) eine Menge frischer Ideen schlummern, die nur auf eine adäquate Umsetzung warten.
Im Bereich der stelzigen Dialoge wäre zwar etwas mehr Zurückhaltung angebracht gewesen, doch dafür entschädigen die immer dichter werdende Stimmung und die ordentlichen darstellerischen Leistungen.

Drei Paare im einsamen Wald: Arzt Norbert und seine stets unzufriedene Frau Susan, die beiden Kiffer Daniel und Walter und das kannibalistisch veranlagte Paar Phil und Linda, die soeben ihr letztes Opfer im Fluss versenken, welches aber kurz darauf von den anderen vieren gefunden wird. Als Phil und Linda zur Gruppe stoßen, ahnt man noch lange nichts vom kriminellen Hintergrund des Paares…

Tendenziell ist der Einstieg ordentlich konzipiert: Paare nacheinander einführen, Aufeinandertreffen und anschließende Unruhe aufgrund der Leiche und gegenseitige Verdächtigungen. Nur leider ist der Vorlauf etwas zu lang geraten und versäumt treffende Figurenzeichnungen, stattdessen werden Klischees und Nichtigkeiten breitgetreten, wobei die zu leisen Dialoge immer wieder hinter dem zu lauten Score verschwinden, - in dem Bereich ist die Tonabmischung phasenweise unter aller Sau.

Interessant wird die Situation, als Misstrauen aufkommt und Walter bereits den richtigen Riecher hat, obgleich sich dieser als impulsiv und überaus gewalttätig entpuppt.
Die Killer geben sich hingegen lange Zeit nicht als solche zu erkennen, sondern spielen das Spiel mit und verbreiten dadurch eine Form von Unberechenbarkeit, da der Zuschauer mehr weiß, als die übrigen Figuren.

Mit Fund der Leiche spitzt sich die anfangs harmlose Chose rasant zu, jeder offenbart irgendwann sein zweites Gesicht und geht über die eigentlichen Grenzen hinaus, um den eigenen Hintern zu retten. Am Ende kann man kaum mehr beurteilen, wem von der moralischen Seite her ein Überleben gegönnt sein mag, nur soviel: Viele werden es nicht sein.

Infolgedessen holt Ittenbach zwar nicht gerade das pralle Repertoire an Splatterfeuerwerk heraus, doch entfernte Augäpfel, viele Messerstiche, ein Bootsrumpf auf der Brust, ein Erschlagen mit einem (offensichtlich recht hartem) Gummipaddel und eine zerbrochene Flasche im Hals zeugen von solider Qualität, wobei die Gewalt gegen Showdown regelrecht eskaliert.

So ist trotz der recht simplen Prämisse und der Begrenzung auf fast nur einen Schauplatz recht viel Bewegung im Spiel, das Timing ist sauber und die Mimen geben besonders im letzten Drittel richtig Gas.
Vielleicht nicht immer mit glaubhaften Reaktionen begleitet, ist dieser Streifen ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einfachen Mitteln einen spannenden und durchaus kurzweiligen Thriller kreieren kann.
Kein typischer Ittenbach, aber ein grundsolider.
6,5 von 10


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