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Audition (1999)

Eine Kritik von Beame_r (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 03.01.2009, seitdem 333 Mal gelesen


Einfach unglaublich !

Es ist nicht der Aufbau des Films oder die dargestellten Gewaltszenen, sondern die Charaktere und die Gefühle, die der Zuschauer entwickelt. Filme können in uns Trauer wecken oder Heiterkeit, Mitgefühl oder Wut. Es ist allerding meist immer nur eine Linie, auf die ein Film abzielt. Audition eröffnet völlig neue Grenzen.
Der Hauptdarsteller wird als ehrenwerter Mann dargestellt. Er verfolgt keine bösartigen Ziele, sondern will sich lediglich einer Frau völlig hingeben und ihr die Sterne vom Himmel holen. Dabei ist der Weg zum Ziel, also die Audition, auch nicht wirklich unmoralisch, denn diese nutzt er ja lediglich als Kontaktaufnahme. Er behandelt die Frau gut und zwingt sie zu nichts. Der Zuschauer baut für den Mann von Anfang an starke Sympathien auf, weil dieser eine positive Rolle spielt (Vorallem weil zu Beginn seine Frau stirbt und die Szene auch noch stark durch den Sohn dramatisiert wird). Durch die Hinweise von seinem Freund (dem Regiseur) über die ausgesuchte Frau scheint der Film die Fronten bereits klar verteilt zu haben. Allerdings kommt immer mehr die Geschichte seiner neuen "Freundin" ans Licht, die als Kind scheinbar mißbraucht wurde und eine schwere Kindheit hinter sich hatte. Das wird mit schnellen und intensiven Bildern dargelegt. Nun sticht diese Frau eine Nadel nach der anderen in seinen gelähmten Körper und führt einen Monolog über die scheinbar unmoralischen und verwerflichen Machenschaften, die teilweise sehr schwammig sind und eher die Verwirrtheit der Frau widerspiegeln, als wirkliche Vorwürfe oder gar Rechtfertigungen. Ich wusste nicht was ich gefühlt habe, es war teilweise ein tiefes Mitgefühl und gleichzeitig Hass und Trauer aber ich wusste nicht warum, nicht genau und nicht für wen. Ich wusste nicht ob ich denken soll oder einfach nur fühlen und ich wollte gar nicht den Film verstehen, zumindest nicht in diesem Augenblick. Ich wollte ihm nicht widersprechen aber auch nicht zustimmen. Noch nie berührte mich ein Film so tief.
Der Schluss ist ebenfalls verdammt gut gelungen ! Der Mann erwacht und es war alles scheinbar nur ein Traum aber die Frau liegt neben ihm und will den Heiratsantrag annehmen... .

Die letzten 20 min. lassen sich nicht in Worte fassen, das muss man selbst erleben !

Es ist sehr empfehlenswert den Film anzuschauen, ohne irgendetwas darüber zu wissen, nicht mal das Cover, also überrascht eure Bekannte, sie werden den Film mögen!


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