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Tiger & Dragon (2000)

Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 18.07.2002, seitdem 1928 Mal gelesen


All den lobpreisenden Kritiken auf dieser Seite kann ich leider nur bedingt zustimmen, denn ich hatte mir von "Tiger & Dragon" irgendwie mehr erhofft.
Gut, mir war von Anfang an klar, dass das Genre und die Fantasyumgebung sowieso nicht ganz meine Linie sind, aber ich dachte mir, dass das die Actionsequenzen wieder rausreißen. Tun sie nicht.
Um von vorne anzufangen und gleich mal eine Menge Lob auszusprechen: Die Schauspieler sind wirklich absolut erstklassig! Chow Yun Fat scheint für die Rolle geboren zu sein und wirkt wie Michelle Yeoh wirklich weise und erfahren. Genauso die junge Zhang Ziyi, die nicht nur gut aussieht, sondern auch schön naiv und impulsiv spielt. Auch der Rest der Darsteller ist bis in die kleinste Rolle gut besetzt.
Die Regie ist einfach nur atemberaubend, die Kameraufnahmen episch, mystisch und detailreich, selten hat man solch gute Arbeit gesehen. Der Film ist ein wahrer Augenschmaus. Auch die Musik kann man als gelungen bezeichnen, sie unterstüzt die Szenen passend und vermittelt viel vom fernöstlichen Flair.
Die Actionszenen sind sicherlich Geschmackssache, denn wenn die Kämpfenden sich plötzlich fliegend über die Dächer Pekings erheben, werden einige Zuschauer enttäuscht abwinken, denn realistisch ist das nicht. Überhaupt ähneln die Kämpfe viel eher einem Tanz oder Ballet, als einer richtigen Schlacht auf Leben und Tot. Dementsprechend unblutig geht es auch zu. Tote gibt es sehr selten und wenn, dann wird ihr Tot ewig ausgewälzt (da es Hauptfiguren sind) oder gar nicht näher gezeigt. Aber der Film lebt schließlich nicht von der Brutalität.
Nun zu meinen Kritikpunkt: Die Handlung. Wie oben schon erwähnt, kann ich sowieso nicht viel mit fernöstlichen Fantasy-Martial-Arts Geschichten anfangen, aber ich probier es wenigstens :) Die von Tiger & Dragon ist jedoch so verwirrend und undurchsichtig, das ich bald gar nicht mehr versuchte, einen tieferen Sinn dahinter zu sehen. Außerdem gibt es zwischen den recht wenigen Kampfszenen lange Durststrecken, die zwar die Geschichte näher beleuchten und für Fans des Genres interessant sein mögen, von mir aber nur als langweilig empfunden wurden. Nur die Hoffnung, dass da bald wieder mal eine knallige Action-Sequenz kommt, hielt mich da noch wach.
Fazit: Wie schon gesagt, der Film ist wirklich Geschmackssache. Leute, die sich in dem Genre nicht besonders wohlfühlen, sollten sich zweimal überlegen, ob sie ihre Zeit mit ihm "verkürzen".
6/10


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