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Dark Water (2002)

Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 15.02.2003, seitdem 1485 Mal gelesen


Nach den beiden "Ringu", der Fortsetzung und "Kaos" wieder ein unterschwelliger Horrorhit von Hideo Nakata? Kaum vorstellbar, dass der Mann auf gleichbleibender qualitativer Stufe inszenieren kann. Aber alle Zweifel werden sich innerhalb der ersten Viertelstunde legen. Auch sein 2002er Werk "Dark Water" hält den Qualitätsstandard weiter hoch, und zeigt uns klaustrophobische Kamerawinkel, verregnet-düsteres Setdesign und die böseste Atmosphäre seit... ja, seit "Ringu"...

Diesmal geht es um eine junge Mutter und ihre sechs Jahre alte Tochter. Die Mutter, Yoshimi Matsubara, steckt gerade mitten in den Scheidungsverhandlungen. Arbeitslos und um das Sorgerecht ihrer Tochter Ikuko kämpfend, ist Yoshimi froh, als sie endlich eine angenehme Bleibe für sich und ihre Kleine gefunden hat. Doch aus der trauten Bleibe wird der Alptraum für Mutter und Tochter. Das Wasser ist verdreckt, übel-schmeckend. Aus dem oberen Stockwerk rinnt Wasser in ihre Wohnung herab. Und es bleibt nicht mal bei den Flüssigkeits-technischen Unschönheiten: Ein Kind, das vor zirka einem Jahr spurlos in der Gegend verschwunden ist, sucht Yoshimi und Ikuko heim. Taucht auf, verteilt ihre rote Tasche. Hat das Haus damit etwas zu tun? Welche Rolle spielt der Kindergarten?

Fragen über Fragen, die uns Nakata sicherlich auch diesmal nicht eindeutig beantworten wird. Aber eins sei jedem Zuschauer garantiert: Angst. War "Ringu" schon harter Stoff, ist "Dark Water" eine kleine Steigerung. Wer hierbei kein ungutes Gefühl und so manche Gänsehaut bekommt, der schaut schon nicht mehr hin... Das Psychodrama, das sich in der ersten Hälfte sehr stark auf die Charaktere konzentriert, und weniger irritierend und irrational als "Ringu" ist, gipfelt dann in heftigstem Terror. Kaum mehr zu ertragen wird der Film kurz vor Schluß - vom finalen Ende ganz zu Schweigen.

Man mag dem Film Uneigenständigkeit gegenüber Nakatos früheren Filmen vorwerfen. Klar, Atmosphäre und Spannungsaufbau, ja sogar die perfiden Ideen, kleine Kinder vorzuschicken, um den Zuschauer immer mehr in Panik um das kleine Kind zu versetzen, ähneln "Ringu" ungemein. Aber das Argument lässt sich nun wieder einfach erklären und entkräften: Sowohl "Ringu", als auch "Dark Water" stammen aus der Feder des Schriftstellers Kôji Suzuki. Wer mag jetzt noch seine Hand heben, und Nakata vorwerfen, er hätte keine neuen Ideen. Man könnte ihm höchstens vorwerfen, er hätte die Buchvorlage ungünstig ausgewählt - die Inszenierung, das Schauspiel sind zumindest perfekt

"Dark Water" ist schlimmster, bösester Horror. Kurze Schockeffekte gegen Ende und viel, viel Unheilvolles auf dem Weg bis dahin. Schier ausweglose Katastrophen reihen sich an, und die Bilder werden immer düsterer, immer alptraumhafter. Wer sich diesem genial-düsteren Werk entziehen kann, hat schlichtweg *zuviel* Angst.


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