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John Carpenters Vampire (1998)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 04.04.2001, seitdem 1591 Mal gelesen


Na ganz toll!
Jetzt muß ich hier wieder den Spielverderber geben, aber leider geht es nicht anders.
"Vampire" ist leider (und das mir, dem eingefleischten Carpenter-Verehrer) der schlechteste Film des Meisters und das liegt nicht daran, daß mir das Thema nicht gefällt, sondern weil es dem Film unter dem Strich an Qualität mangelt.
Dabei hat doch alles so schön angefangen: In der ersten halben Stunde brennt der Meister ein Feuerwerk knackigster Bauart ab, das schon seiner Effekte wegen Sabberpfützen bildet. Außerdem präsentiert er einen James Woods, der zur absoluten Bestform aufläuft, wobei nur noch die Frage bleibt, wo der 100% porentief tough-Aufnäher angebracht ist. Der Typ ist dermaßen aus Eisen, daß er auch unbewaffnet durch keinen Metalldetektor kommt. So weit, so gut.
Auch die Prämisse: Auftraggeber Vatikan gegen Vampire kann sich sehen lassen.
Doch dann fährt Carpenter nach einer halben Stunde frontal mit Vollgas an die Wand, indem er das wackere Häuflein der Aufrechten, das hier Vampire jagt, zerteilen läßt. Hier werden zwar noch einmal gute Effekte und ein toller Erzbösewicht aufgeboten, doch die Einzelkämpfernummer verkommt mehr und mehr, da leider ein überfetter Baldwin-Sproß in den Mittelpunkt der Handlung rückt, sowie seine Gefühlswallungen für ein unrettbar verlorenes Bißopfer weiblicher Bauart.
Die Gute ist schön fehlbesetzt und verbaut die Aussicht auf Woods, der bis zum Showdown an die zweite Stelle rückt.
Das wäre noch nicht so schlimm, wenn die Story nicht so eine schlappe Wendung mit Verrat etc. nehmen würde, die so durchschaubar ist wie Eßpapier.
Ergo holpert sich die Story voran, bis zum unvermeidlichen Showdown Marke "2 Mann gegen die Blutsauger", der dann auch noch mit Textzeilen a la
"Jetzt stirb schon endlich, elender Blutsauger" gekrönt wird.
Nein danke, das entlockt mir dann doch ein gar lautes Murren. Im letzten Drittel sehnt man schließlich das baldige Ende des Scharmützels herbei und legt im Stillen schon mal auf dem Drehbuchautor an, der den Murks verbrochen hat.
Fazit: Geht gut los, verflacht dann und kommt hinten definitiv nicht mehr hoch.
Eine Klischee-Vorstellung erster Kajüte, die ich von Carpenter einfach nicht gewohnt bin und auch nicht akzeptieren will. Natürlich kann man sich davon unterhalten lassen, aber sobald man auch Wert auf etwas Gehalt und Anspruch legt, muß einem dieser Rohrkrepierer zwangsläufig auf den Magen schlagen.
Leider nur 4/10.
Und wir warten auf die "Ghosts from Mars"...


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