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John Carpenters Vampire (1998)

Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 08.06.2004, seitdem 1823 Mal gelesen


Aha, auch mal ein "Vampirfilm" von dem meiner Ansicht nach völlig überschätzten Routine-Filmemacher John Carpenter. Allerdings eigentlich kein Vampirfilm, sondern ein Vampirjägerfilm, wobei es sich um ein relativ neues, jedoch in meinen Augen erbärmlich dummes, unästhetisches und klischeehaftes Genre handelt. Es begann mit "From Dusk till Dawn", wobei es sich aber um eine Satire handelt, aus der dann die Schuldigen an Filmen wie "Vampire Hunter D", "Van Helsing" und eben dem hier zu besprechenden Film das Hauptmotiv (Vampire massenweise wegmähen) auf völlig dümmlich-infantile Weise extrahiert haben. Vor dem Hintergrund, daß Vampirismus untrennbar mit Würde, Erotik und düsterer Atmosphäre zusammenhängt, ist es oberpeinlich, wenn in solchen Machwerken wie dem von John "ich schreibe meine ganze schlechte Musik selbst" Carpenter Vampire in handwerksmäßiger Routine ans Tageslicht gezogen und im Tageslicht der Verbrennung überantwortet werden. Die Vampirjäger sind wie Kammerjäger, die mal eben ein paar Ratten ausmerzen. Daß dieselbe Ausrottungs-Mentalität schon oft genug in der Geschichte eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat, sei hier mal nur als Seitenaspekt erwähnt. Daß im übrigen der Vatikan im Hintergrund steht, macht das ganze völlig abstrus.
Das einzige, wofür man diesem Film Punkte geben kann, ist die Stelle, wo der Obervampir einen Haufen von diesen superdämlichen Vampirjägern wegmatscht - hervorragende blutige Effekte. Danach kann man den Film nur noch vergessen. Nervig sind vor allem die Hauptdarsteller. James Woods wird in anderen Kritiken ständig über den grünen Klee gelobt, weil er so waaahnsinnig cool und ein oberharter Kerl sei. Für mich wirkt er hier eher wie ein aggressiver Giftzwerg, der bei seinen Pöbel-Tiraden und bei den Vernichtungsaktionen gegen Vampire wie ein infantiler Psychopath auftritt. Wirklich ober-cool. Besonders peinlich ist sein Auftritt dem armen gebissenen Daniel Baldwin gegenüber. Damit wären wir beim nächsten Problem dieses Films: Daniel Baldwin. Dabei finde ich es ehrlich gesagt nicht in Ordnung, dem Mann sein Körpergewicht vorzuhalten! Leute, die Schauspieler nach so was beurteilen, sollen sich doch lieber ein Fitness-Video reinziehen... Was man Baldwin allerdings wirklich anlasten muß, ist seine transusige Ausdruckslosigkeit, durch die er zusammen mit der pöbelnden Nervensäge James Woods ein wahres Duo des Schreckens bildet.
Der Blutgehalt dieses Films sowie seine staubige Wüstenatmosphäre gehen in Ordnung, aber die Handlung und die Darsteller liefern ein erschreckendes Bild von amerikanischer "Wir Guten metzeln die Bösen ab"-Mentalität. Am besten nach der oben genannten guten Szene mit dem Vampirmeister nicht mehr weitergucken, lieber ein bißchen an einem Hals saugen..., äh, einem Flaschenhals, meine ich!


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